„Es wäre wirklich bedauerlich, wenn wir zum schwachen Glied oder zu einer Grauzone innerhalb der NATO würden“, sagte der Präsident laut dem litauischen Sender LRT. Die Aufhebung der Bestimmung solle sicherstellen, dass das Land bei einer Änderung der Sicherheitslage handlungsfähig bleibe. Gemäß der litauischen Verfassung dürfen Massenvernichtungswaffen und ausländische Militärstützpunkte nicht auf dem Staatsgebiet stationiert werden. „Es handelt sich um ein absolutes Verbot, das keine Ausnahmen vorsieht. Damit ist Litauen praktisch der einzige NATO-Mitgliedstaat, der sich eine solche Einschränkung auferlegt hat.“<BR /><BR />Litauen folgt damit Finnland, das seit April 2023 ebenfalls NATO-Mitglied ist. Das finnische Parlament stimmte Mitte Juni für die Aufhebung des Atomwaffen-Verbots im eigenen Land.<BR /><BR />Nausėda erklärte weiter, dass fast alle Fraktionsvorsitzenden im Parlament (Seimas) der Meinung seien, dass diese Verfassungsbestimmung veraltet sei und aufgehoben werden sollte. Dies werde auch von einem Teil der Opposition unterstützt. Gleichzeitig äußerten Vertreter der Partei Nemunas Dawn und der Litauischen Bauern- und Grünenunion Skepsis gegenüber der Initiative. Um die litauische Verfassung zu ändern, muss der Vorschlag zweimal von mindestens 94 der 141 Mitglieder des Seimas gebilligt werden, wobei zwischen den Abstimmungen ein Abstand von drei Monaten liegen muss.<BR /><BR />Wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtete, führt Litauen Gespräche mit den USA über die mögliche Stationierung von US-Atomwaffen auf seinem Staatsgebiet. Anfang Juni berichtete die „Financial Times“, dass die Vereinigten Staaten erwägten, Atomwaffen in weiteren NATO-Ländern in Europa zu stationieren. In der Reaktion erklärte der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas, Litauen nehme an den laufenden Diskussionen teil, und wies darauf hin, dass eine Stationierung von US-Atomwaffen im Land nur im Krisenfall oder im Kriegsfall in Betracht gezogen würde.<BR /><BR />Derzeit werden amerikanische Atomwaffen in militärischen Einrichtungen in Deutschland, Belgien, Italien, der Türkei, den Niederlanden und Großbritannien gelagert.