Dienstag, 10. April 2018

Lösungen für das Problem Wolf

Am Montag haben Vertreter von Politik, Landwirtschaft und Jagd im Landhaus der Land- und Forstwirtschaft in Bozen das Problem Wolf behandelt und über mögliche Maßnahmen diskutiert.

Die Diskussionsrunde wird sich demnächst erneut mit der Thematik befassen. - Foto: lpa
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Die Diskussionsrunde wird sich demnächst erneut mit der Thematik befassen. - Foto: lpa

Bei der Diskussionsrunde am Montag kündigte Europa-Parlamentarier Herbert Dorfmann eine Konferenz in Brüssel am 15. Mai zum Thema Wolf an. „Wo der Wolf auftaucht, gibt es massive Probleme", unterstrich er, „deshalb gilt es, auf Europa-Ebene dahingehend einzuwirken, dass in Bezug auf den Wolf mehr Flexibilität auf lokaler Ebene ermöglicht wird". Er verwies auf die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, deren wesentliches Ziel die Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt ist. Die Wolfspopulation sei jedoch nicht gefährdet.

Luigi Spagnolli: Entnahme einzelner Tiere nicht möglich 

Der Direktor im Amt für Jagd und Fischerei, Luigi Spagnolli, nannte die 3 Voraussetzungen für die Entnahme einzelner Tiere: Die Population muss in einem guten Erhaltungszustand sein, was beim Wolf der Fall ist. Vor einer Entnahme müssen Vorbeugemaßnahmen getroffen werden. Einzelne gefährliche Tiere können entnommen werden, so Spagnolli. Die Habitat-Richtlinie, erklärte er, werde auch dann eingehalten, wenn einzelne Tiere entnommen werden, da die Erhaltung der Tierart deswegen nicht gefährdet sei. 

Richard Theiner: Wolfsfreies Südtirol ist Illusion 

Umweltlandesrat Richard Theiner hob hervor, dass es eine Illusion sei, Südtirol zur wolfsfreien Zone zu erklären, denn das würde bedeuten, den Boden der Gesetzmäßigkeit zu verlassen. Wichtig sei jedoch zu versuchen, den Schutzstatus des Wolfs zu senken.

Leo Tiefenthaler: Sinnvolle Kompromisse 

„Von Seiten der Landwirtschaft fordern wir immer das Maximum: ein wolf- und bärenfreies Gebiet", sagte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler, „die Politik ist dazu da, sinnvolle Kompromisse zu finden". Damit die Almwirtschaft im Alpenraum weiterhin funktioniere, sei eine Lösung im Hinblick auf den Wolf wichtig.

Die Diskussionsrunde wird sich demnächst erneut mit der Thematik befassen.

stol/lpa

stol