Angestoßen hatte die Debatte im Landtag, wie berichtet, der Freie Abgeordnete Andreas Leiter Reber mit einem Beschlussantrag. Bekanntlich plant Italien derzeit eine Reform des Energiemarktes und die staatliche Regulierungsbehörde ARERA hat angekündigt, bereits 2027 die bisherigen Tarifzonen neu einteilen und in lokale Marktzonen abändern zu wollen.<BR /><BR />Durch die staatliche Neueinteilung der Tarifzonen soll mittelfristig der gesamtstaatliche Einheitspreis PUN, der als Referenz für den italienischen Stromgroßhandel dient, durch lokale Marktpreise abgelöst werden. Leiter Reber wies in der Debatte im Landtag darauf hin, dass die Schaffung einer eigenen Tarifzone neue Chancen auf günstigere Strompreise für Südtirols Haushalte und Betriebe bieten würde. <BR /><BR />Denn von der Reform könnten besonders jene Gebiete profitieren, die viel Strom aus erneuerbaren Energien produzieren und einen hohen Selbstversorgungsgrad aufweisen, Eigenschaften, wie sie in besonderem Maße auf Südtirol zutreffen.<BR /><BR />In seiner Replik erklärte Energielandesrat Peter Brunner, dass man mit ARERA bereits im Austausch sei. Zudem sei auch ein Auftrag für technische Experten formuliert worden, mit dem genau diese Forderungen geprüft werden sollten. Man brauche jedoch zunächst die Gewissheit, ob es sich auszahle, wenn Südtirol allein oder gemeinsam mit dem Trentino eine Zone bilde. Sobald die Fakten der externen Expertise vorlägen, könne man den Beschlussantrag wieder aufnehmen. Weswegen er Leiter Reber bat, den Antrag auszusetzen.<BR /><BR />Man brauche die Gewissheit, ob es sich auszahle, wenn Südtirol allein oder gemeinsam mit dem Trentino eine Zone bilde. Sobald die Fakten der externen Expertise vorlägen, könne man den Beschlussantrag wieder aufnehmen. Schlussendlich zog Leiter Reber seinen Antrag zurück. <BR /><BR />In Rom, das bestätigte gestern Senator Meinhard Durnwalder, sei man unterdessen bereits dabei, die Lage auszuloten, und zwar gleich mit zwei möglichen Stoßrichtungen: Die „kleinere“ Variante mit einer eigenen Tarifzone, aber immer unter dem Dach der ARERA. Oder die „größere“ Variante über eine Durchführungsverordnung, eine eigene Südtiroler Regulierungsbehörde. „Das wäre langfristig gesehen eine bessere Absicherung“, so Durnwalder. Denkbar wäre auch ein Zwei-Schritte-Plan, der mit der eigenen Zone starten könnte. Man sei im Austausch, prüfe und versuche, für Südtirol die beste Lösung realisieren zu können, sagt Durnwalder.