Mittwoch, 25. September 2019

Lübcke-Mord: Hinweise auf rechte Gesinnung bei Verdächtigem

Auch bei dem dritten Verdächtigen im Mordfall Lübcke haben die Ermittler in Deutschland Hinweise auf eine rechte Gesinnung. Elmar J., der dem Hauptverdächtigen Stephan E. die Tatwaffe verkauft haben soll, solle aber nicht durch politisch motivierte Straftaten aufgefallen sein.

CDU-Politiker Walter Lübcke wurde am 2. Juni erschossen Foto: APA (dpa)
CDU-Politiker Walter Lübcke wurde am 2. Juni erschossen Foto: APA (dpa)

Das erfuhren die Mitglieder des Innenausschusses des Deutschen Bundestages am Mittwoch nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Abgeordneter von einem Vertreter der Bundesanwaltschaft. Auch dem Inlandsgeheimdienst war der Trödler, der auch mit Waffen gehandelt haben soll, wohl nicht bekannt.

Der Kasseler CDU-Politiker Walter Lübcke , der als Regierungspräsident eine Art Mittelbehörde zwischen dem Land und den Kommunen leitete, war am 2. Juni auf der Terrasse seines Hauses erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, später aber sein Geständnis widerrufen.

Außer ihm und Elmar J. sitzt noch ein dritter Mann in Untersuchungshaft. Der Verdacht gegen Elmar J. und Markus H. lautet auf Beihilfe zum Mord.

Pistole vermittelt 

Markus H. soll den Kauf der Pistole vermittelt haben. Er war 2009 gemeinsam mit Stephan E. und anderen Rechtsextremisten in Dortmund. Damals hatten rund 400 Neonazis eine Demonstration von Gewerkschaftern attackiert.

Stephan E. und Markus H. waren zusammen auch bei einer Bürgerversammlung im hessischen Lohfelden im Oktober 2015, wo über eine geplante Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber diskutiert wurde. Dort hatte Lübcke damals auf aggressive Zwischenrufe mit dem Satz reagiert: „Da muss man für Werte eintreten, und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist, das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.” Daraufhin hagelte es Buh-Rufe und Beschimpfungen.

apa/dpa

stol