Saif al-Arab al-Gaddafi (29) sei in der Nacht auf Sonntag beim Bombardement seines Hauses gestorben, sagte ein Regierungssprecher in Tripolis. Muammar al-Gaddafi und seine Frau hätten sich im Gebäude aufgehalten, seien aber unverletzt geblieben. Mit Saif al-Arab starben auch drei Enkelkinder des „Revolutionsführers“, der Libyen seit 1969 autokratisch regiert.Das libysche Fernsehen zeigte Bilder vom völlig zerstörten Gebäude in Tripolis. Regierungssprecher Mussa Ibrahim sprach von einem gezielten Angriff auf das Leben von Muammar al-Gaddafi und verurteilte die Attacke als Verletzung des Völkerrechts.In der Rebellenhochburg Benghazi kam es nach Bekanntwerden der Todesnachricht zu spontanen Freudenfeiern auf den Straßen.Augenzeugen hatten zuvor von drei schweren Explosionen im Stadtteil Bab al-Asisiya berichtet, in dem sich Gaddafis Residenz befindet. Über der Stadt wurden NATO-Flugzeuge gesehen, es war aber unklar, ob sie Gaddafis Residenz bombardierten. Nach den Explosionen war Flugabwehrfeuer zu hören. Von der NATO lag zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall vor. Auf Grundlage einer UNO-Resolution setzen NATO-Flugzeuge seit Wochen eine Flugverbotszone über dem Bürgerkriegsland durch, um den gegen die Regierungstruppen kämpfenden Rebellen den Rücken zu stärken.Saif al-Arab ist nicht zu verwechseln mit Gaddafis zweitältestem Sohn und möglichem Nachfolger, Saif al-Islam. Über Saif al-Arab ist wenig bekannt. Der sechste Sohn Gaddafis hielt sich seit 2006 in München auf, wo er einen Sprachkurs und ein Studium absolvierte. In Bayern soll er sich auch als Baumaschinenhändler verdingt haben.Der Polizei fiel der Gaddafi-Sohn wegen seines besonders lauten Ferraris und Schlägereien in Nobel-Diskotheken auf. Die deutsche Justiz ermittelte gegen ihn wegen des Verdachts, im Jahr 2008 in einem Diplomatenauto ein Sturmgewehr, einen Revolver sowie Munition von München nach Paris gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen aber ein, weil kein Tatnachweis habe erbracht werden konnte.Im Februar meldete sich der Gaddafi-Sohn offiziell in München ab und verlor damit seine unbefristete Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Mit zwölf weiteren libyschen Spitzenvertretern stand sein Name auf einer UNO-Sanktionsliste von Personen, deren Vermögen wegen des blutigen Konflikts in Libyen eingefroren worden ist. apa/reuters/dpa/afp