<b>STOL: Herr Durnwalder, die Zentralsektion des Rechnungshofes hat Sie zur Zahlung einer Strafe von 200.000 Euro wegen eines Imageschadens an Südtirol verdonnert. Haben Sie damit gerechnet?</b><BR />Luis Durnwalder: Ich bin ja im Juli 2023 am Rechnungshof zur Zahlung von 270.000 Euro verurteilt worden. Dass die Zentralsektion des Rechnungshofes die Verurteilung bestätigt, davon war auszugehen. Aber die Strafe wurde um 70.000 Euro reduziert. Und die Begründung ist äußerst sonderbar.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72078614_quote" /><BR /><BR /><b>STOL: Wie meinen Sie das?</b><BR />Durnwalder: Im Urteil steht, dass der Imageschaden nachgewiesen werden muss. Wenn es zuerst heißt, es sei ein Imageschaden in Höhe von 270.000 Euro entstanden und jetzt lässt man 70.000 Euro nach, dann möchte ich wissen, wie man zu dieser Schätzung kommt. Denn offiziell sagt man, die Strafe wird um 70.000 Euro reduziert, weil ich erstens nicht mehr Landeshauptmann bin und zweitens, weil es nur dieses kleine Land betrifft. Damit wird ganz Südtirol beleidigt. <BR /><BR /><b>STOL: Sie sprechen es an: Ein Imageschaden muss ja beziffert werden können. Worin konkret liegt der Schaden am Land Südtirol?</b><BR />Durnwalder: Dass über den Prozess berichtet wurde und – weil ich Landeshauptmann war - das ein schlechtes Licht auf das Land wirft. Aber wenn man das so sagt, dann wäre jeder Prozess, über den die Medien berichten, ein Imageschaden an irgendwen oder irgendwas. Gleichzeitig wurde in mehreren Urteilen ja betont, dass ich keinen einzigen Cent in meine eigene Tasche gesteckt habe. Ich habe also nie etwas gestohlen oder Unrechtes getan. Und doch soll ich scheinbar dem Land Südtirol geschadet haben ...<BR /><BR /><b>STOL: Seit Sie nicht mehr Landeshauptmann sind, werden Sie mit Prozessen überhäuft. Sie sagten einmal, dass sei nicht mehr normal, da stecke mehr dahinter. Sehen Sie das immer noch so?</b><BR />Durnwalder: Ja, mehr denn je. Ich fühle mich politisch verfolgt. Die Politik ist meiner Meinung nach nicht ganz unschuldig daran. Aber das ist meine Meinung. Nun werde ich mit meinen Anwälten beraten und schauen, was ich nun mache.