Freitag, 20. August 2021

Macron fordert USA und Russland zu Zusammenarbeit in Afghanistan auf

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat mit Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden zur Lage in Afghanistan telefoniert und seine Kollegen auf eine enge internationale Abstimmung eingeschworen.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron  setzt in der Afghanistan-Frage auf Zusammenarbeit.
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron setzt in der Afghanistan-Frage auf Zusammenarbeit. - Foto: © ANSA / ERIC GAILLARD / POOL
Im Gespräch mit Biden habe Macron betont, dass zur schnellen Rettung von Landsleuten, afghanischen Ortskräften und anderen gefährdeten Afghanen eine Koordination der Verbündeten vor Ort „absolut notwendig“ sei, teilte der Élyséepalast in der Nacht zum Freitag mit.

Die USA und Frankreich verbinde eine gemeinsame moralische Verantwortung gegenüber den Afghanen, die Schutz bräuchten und die westlichen Werte teilten. „Wir können sie nicht im Stich lassen.“ Die militant-islamistischen Taliban hatten vor wenigen Tagen die Macht in Afghanistan übernommen. Tausende Menschen versuchten zum Flughafen in Kabul zu gelangen, um aus dem Land zu fliehen.

Mit Putin habe Macron erörtert, was man von den Taliban erwarte, hieß es: den Kampf gegen Drogen und Waffenhandel, den Bruch mit internationalen Terrorgruppen und den Respekt der Frauenrechte. In den kommenden Tagen und Wochen werde man sich sowohl bilateral als auch im Rahmen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen und der G20-Staaten eng zum Vorgehen in dem asiatischen Land abstimmen.

In dem Telefonat mit seinem russischen Kollegen sei es daneben auch noch um den seit einem Jahr inhaftieren Kremlkritiker Alexej Nawalny gegangen. Dieser müsse freigelassen werden, sagte Marcon der Élysée-Mitteilung zufolge.

dpa