Donnerstag, 30. September 2021

Mailänder Klimagespräche – Thunberg trifft Italiens Premier Draghi

Junge Klimaaktivisten, darunter auch Greta Thunberg, haben am Donnerstag den italienischen Ministerpräsidenten und derzeitigen G20-Präsidenten Mario Draghi in Mailand getroffen.

Greta Thunberg hat den italienischen Ministerpräsidenten und derzeitigen G20-Präsidenten Mario Draghi in Mailand getroffen.
Greta Thunberg hat den italienischen Ministerpräsidenten und derzeitigen G20-Präsidenten Mario Draghi in Mailand getroffen. - Foto: © ANSA / FILIPPO ATTILI/CHIGI PALACE PRES
Am heutigen Donnerstag nahmen Draghi, sein britischer Amtskollege Boris Johnson sowie der COP26-Vorsitzenden Alok Sharma und UN-Chef Antonio Guterres an einer Youth4Climate-Veranstaltung mit Greta Thunberg und zahlreiche Klimaaktivisten teil. Draghi wurde dabei aufgefordert, vor dem UN-Klimagipfel COP26 konkrete Initiativen zum Klimaschutz zu unternehmen.

Die 18-jährige Thunberg, die erst am Dienstag die Staats- und Regierungschefs der Welt für „30 Jahre Blabla“ im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert hatte, legte dabei Draghi und den anderen Staats- und Regierungschefs die Vorschläge der Jugend für die COP26-Agenda vor.

Italien ist gemeinsam mit Großbritannien Gastgeber der COP26, die vom 31. Oktober bis 12. November in Glasgow stattfindet. Ziel der Konferenz ist es, ehrgeizigere Klimamaßnahmen der fast 200 Länder zu erreichen, die 2015 das Pariser Abkommen unterzeichnet und sich darauf geeinigt haben, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Zu den Vorschlägen der Aktivisten gehören Forderungen nach einem transparenten Klimafinanzierungssystem, nachhaltigem und verantwortungsvollem Tourismus sowie nach einem vollständigen Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft bis 2030. Diese Vorschläge sollen im Vorfeld der COP26 in Glasgow von den Klima- und Energieministern erörtert werden.

Die jungen Klimaschützer fordern von den politischen Entscheidungsträgern außerdem, dass sie ihren Worten Taten folgen lassen und die Milliarden Dollar bereitstellen sollen, die benötigt werden, um die Welt von fossilen Brennstoffen auf saubere Energie umzustellen – und das in einem Jahr, in dem es zu Hitzewellen, Überschwemmungen und Bränden in Rekordhöhe gekommen ist.

Papst Franziskus lobte in einer Videobotschaft das Engagement junger Klimaschützer. Ihre „Vision“ könne die Welt der Erwachsenen herausfordern, sagte er anlässlich einer Konferenz in Mailand. Die Menschheit erlebe einen „historischen Wandel“. Das sei durch die Pandemie umso deutlicher geworden. Technische und politische Lösungen reichten für die gegenwärtigen Probleme nicht aus. Zusätzlich sei ein globaler Bildungsprozess nötig, der für mehr Nachhaltigkeit und Geschwisterlichkeit werbe.

apa