„Man hat heute eindrucksvoll gesehen, wie sehr sich die SVP, aber auch die verschiedenen Südtiroler Verbandsgrößen mittlerweile schon mit dem Staat nicht nur arrangiert haben, sondern sich ganz und gar mit ihm identifizieren“, so Mair am Mittwochnachmittag in einer Stellungnahme. Keine Südtiroler Note habe die Feier umrahmt.„Das offizielle Südtirol hat sich als italienische Provinz gezeigt, aber es war nicht anders zu erwarten.“Auch die Inhalte der Reden kritisiert Mair. „Durnwalder hatte nicht den Mut, irgendeine klare Forderung zu erheben. Er hat zwar einige Themen wie die Begnadigung der Südtirol Aktivisten, die faschistischen Relikte, die Wirtschaftskrise sowie die finanzielle Situation Südtirols kurz gestreift, aber man hat verstanden, dass er regelrecht Angst davor hat, Geld und damit auch Macht zu verlieren.“Das einzige, das Napolitano dem Landeshauptmann aus Rom mitgebracht habe, sei ein Gesprächstermin mit Ministerpräsident Monti. „Soweit haben wir es schon!“, schreibt Mair. Auch die Reden der beiden Präsidenten seien „mehr als spärlich“ gewesen. Über Zukunftsvisionen hätten sich beide ausgeschwiegen, den sogenannten „heißen Eisen“ seien Napolitano und Fischer ausgewichen.Diese Feier habe gezeigt, dass die SVP mit ihrem Latein am Ende sei und es etwas Neues brauche, so Mair: „Es braucht junge, unerschrockene und motivierte Leute aller drei Sprachgruppen, die gemeinsam die Abtrennung Südtirols von Italien und die Realisierung des Freistaates vorantreiben.“Es sei den Freiheitlichen gelungen, den Verfassungsentwurf zum Freistaat beim der österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer zu deponieren „und wenn er sie liest, wird auch er verstehen, dass nichts in der Geschichte Utopie ist. Uns ist jedenfalls sehr Ernst damit“, erklärt Mair. Der Freistaat sei der einzig richtige Weg.