Montag, 17. Januar 2022

Mali schränkt Flugbewegungen internationaler Truppen ein

Die malischen Behörden haben Flugbewegungen der UNO-Militärmission MINUSMA eingeschränkt. „Seit vergangenem Donnerstag hat Mali zahlreiche Flüge von MINUSMA inklusive der Drohnen-Flüge untersagt“, sagte eine Sprecherin des deutschen Außenministeriums am Montag in Berlin.

UNO-Soldaten in Mali müssen derzeit auf dem Boden bleiben. - Foto: © APA/AFP / FLORENT VERGNES

Sie bestätigte damit Medienberichte zu dem Thema. Die unter österreichischem Kommando stehende EU-Trainingsmission EUTM ist nicht betroffen, teilte Bundesheer-Sprecher Michael Bauer auf APA-Anfrage mit.

Die Vereinten Nationen und die Leitung von MINUSMA hätten in der Angelegenheit umgehend Kontakt zu den malischen Behörden aufgenommen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, hieß es von der deutschen Ministeriumssprecherin. Über Ergebnisse dieser Gespräche könne aber noch nichts gesagt werden. Medizinische Notfallflüge seien nicht betroffen. An der UNO-Mission ist auch Österreich beteiligt, allerdings nur mit zwei Offizieren.

Dagegen stellt das Bundesheer 70 Soldaten bei der EU-geführten Trainingsmission für die malischen Sicherheitskräfte. Seit 21. Dezember hat die EUTM mit Brigadier Christian Riener für halbes Jahr einen österreichischen Kommandanten. Riener hatte bei der Verabschiedung des Kontingents ein schonungsloses Bild der Situation in dem westafrikanischen Krisenstaat gezeichnet. „Die Bedrohungslage ist hoch, die Sicherheitslage schlecht, da kann man nichts schönreden“, sagte Riener Ende November gegenüber der APA.

Verhältnis seit Monaten gespannt

Zwischen der internationalen Gemeinschaft und den Militärmachthabern in Mali ist das Verhältnis seit Monaten gespannt, dies hatte sich nach der Absage der für Februar geplanten Wahlen durch die Militärjunta verschärft. Die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) hat deswegen Sanktionen gegen die malische Regierung verhängt, was etwa von Frankreich ausdrücklich unterstützt wird. Mali reagierte darauf seinerseits mit Grenzschließungen und Flugverboten offensichtlich auch in anderen Bereichen.

apa

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