Kurz vor 6.00 Uhr früh (Ortszeit) waren in der Nähe von Malis wichtigstem Militärstützpunkt Kati außerhalb der Hauptstadt zwei laute Explosionen und anhaltender Schusswechsel zu hören, berichtete ein Reuters-Zeuge. Zu ähnlichen Unruhen sei es in der zentral gelegenen Stadt Sevare sowie in den Städten Kidal und Gao im Norden Malis gekommen. „Überall ist Schusswechsel zu hören“, sagte ein Augenzeuge in Sevare. Auch in der Nähe eines Militärlagers unweit des Flughafens von Bamako, in dem russische Söldnertruppen stationiert sind, seien Schüsse zu hören gewesen, sagte ein Anrainer.<BR /><BR />In einer Mitteilung der deutschen Botschaft an die in Mali lebenden Deutschen war von einer unübersichtlichen Lage die Rede. Der Flughafen sei geschlossen, hieß es. Es werde empfohlen, an einem sicheren Ort zu bleiben und den Aufenthalt im Stadtgebiet zu vermeiden. Das österreichische Außenministerium warnt vor Reisen nach Mali.<BR /><BR />In Mali herrscht seit Jahren massive Gewalt. Die seit 2020 herrschende Militärjunta sieht sich mit einer Rebellion islamistischer Extremisten konfrontiert, die immer wieder Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen verüben, außerdem sind kriminelle Banden in dem westafrikanischen Land aktiv. Mali kämpft gegen Aufstände der westafrikanischen Ableger von Al-Qaida (JNIM) und dem „Islamischen Staat“. Zudem hat das Land mit einer viel längeren Geschichte von Rebellionen unter Führung der Tuareg im Norden zu kämpfen. Die Tuareg-Volksgruppe lebt grenzüberschreitend in mehreren Staaten West- und Nordafrikas.<BR /><BR />Mohamed Elmaouloud Ramadane, ein Sprecher der Azawad-Befreiungsfront (FLA), einer von Tuareg dominierten Rebellenallianz, erklärte in den Sozialen Medien, ihre Kräfte hätten die Kontrolle über mehrere Stellungen in Kidal und Gao übernommen. Sicherheitsquellen gaben an, dass JNIM ebenfalls an den Angriffen vom Samstag beteiligt war. Eine unmittelbare Stellungnahme von JNIM oder der Extremistenmiliz „Islamischer Staat in der Provinz Sahel“ (ISSP) lag zunächst nicht vor.<BR /><BR />Die Regierung von Junta-Chef Assimi Goïta stützt sich auf russische Söldner, während sie eine Verteidigungszusammenarbeit mit westlichen Ländern abgelehnt hat. In jüngster Zeit strebt sie jedoch engere Beziehungen zu den USA an. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unlängst, dass Mali und die USA kurz vor einem Abkommen stünden, das es Washington ermöglichen würde, wieder Flugzeuge und Drohnen über den Luftraum des westafrikanischen Landes fliegen zu lassen. Damit wollen sie Informationen über jihadistische Gruppen sammeln.<BR /><BR />Von 2013 bis 2023 hatte die UNO-Friedenstruppe MINUSMA in Mali den Auftrag, die Zivilbevölkerung zu schützen und das westafrikanische Land zu stabilisieren. Malis Militärregierung hatte jedoch 2023 den Abzug aller rund 12.000 UNO-Friedenssoldaten gefordert. Auch Soldatinnen und Soldaten des Bundesheers waren in Mali im Einsatz gewesen.