Dienstag, 14. Juli 2020

Mallorca will gegen „Sauftourismus“ vorgehen

Nur einen Tag nach der Verschärfung der Maskenpflicht hat Mallorca unter dem Eindruck von alkohol-schwangeren Gelagen, die gegen die Covid-19 verstießen, neue Maßnahmen zur Bekämpfung des Sauftourismus angekündigt. Er werde die Maßnahmen für die spanische Urlaubsinsel und die Balearen „in den nächsten Stunden“ bekanntgeben, sagte der regionale Minister für Tourismus Iago Negueruela am Dienstag.

Im Bild: Megaluf
Im Bild: Megaluf - Foto: © shutterstock
Das erfolgte nach einem Treffen mit Hoteliers, Reiseveranstaltern und Gewerkschaftern. Man werde „nicht zulassen, dass das Image der Balearen in den Herkunftsmärkten beeinträchtigt“ werde, erklärte der Minister in Anspielung auf Hunderte von Menschen, die am Wochenende am „Ballermann“ in der Playa de Palma sowie in Magaluf westlich der Inselhauptstadt getrunken, getanzt und gefeiert hatten, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Nach Medienberichten handelte es sich dabei vor allem um Touristen aus Deutschland und Großbritannien. Besonders in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es demnach sehr besorgniserregende Szenen gegeben. Angetrunkene Besucher hätten unter anderem Straßenhändler umarmt und im dichten Gedränge mit Fremden geflirtet.

Auch nach der Verschärfung der Maskenpflicht habe die Missachtung der Corona-Regeln der Polizei viel Arbeit bereitet, berichteten Medien Mallorcas. Am Strand des „Ballermanns“, auf Promenaden, auf Partybooten und in Beachclubs habe es in der Nacht auf Dienstag Zusammenkünfte von Feiernden gegeben, die keine Maske getragen und keinen Abstand gewahrt hätten, schrieb die „Mallorca Zeitung“.
Ein 43-Jähriger sei Montagabend festgenommen worden, weil er in Palma betrunken und ohne Maske mehrere Bars und Restaurants aufgesucht und dort Mitarbeitern ins Gesicht gehustet habe, wobei er behauptet habe, mit dem Coronavirus infiziert zu sein.

Nach dem Dekret der Regionalregierung muss man auf den Balearen seit Montag auch dann im Freien Maske tragen, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Ausnahmen gelten unter anderem am Strand, an den Promenaden, in der Natur, beim Sport und beim Essen und Trinken. Allerdings muss dort dann auch der Abstand zu Fremden gewahrt werden. Die vorgesehenen Strafen von bis zu 100 Euro für Verstöße sollen allerdings erst ab nächsten Montag verhängt werden. Ähnliche Verschärfungen der Maskenpflicht beschlossen auch viele andere Regionen Spaniens, darunter Katalonien und Andalusien.

apa/stol