Mittwoch, 02. Januar 2019

Malta öffnet Hafen für deutsche Flüchtlings-Hilfsschiffe

Nach etlichen Tagen auf hoher See zeichnet sich für dutzende Flüchtlinge an Bord zweier von deutschen Rettern betriebenen Hilfsschiffe eine Lösung ab: Malta erklärte sich am Mittwoch bereit, die beiden Schiffe einlaufen zu lassen. Grund sei die sich verschlechternde Situation an Bord, erklärte die maltesische Marine. Die meisten der insgesamt 49 Flüchtlinge an Bord litten an Seekrankheit.

Strom der Migranten Richtung Europa reißt nicht ab Foto: APA (AFP)
Strom der Migranten Richtung Europa reißt nicht ab Foto: APA (AFP)

Die „Sea-Watch 3” der deutschen NGO Sea-Watch hatte am 22. Dezember 32 Flüchtlinge in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet, darunter drei kleine Kinder, drei unbegleitete Jugendliche und vier Frauen. Italien, Malta und Spanien weigerten sich, das Schiff in einen Hafen einlaufen zu lassen. Ein Schiff der deutschen Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Eye hatte am Samstag 17 weitere in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

Die Niederlande erklärten sich am Mittwoch bereit, einen Teil der Flüchtlinge von Bord der „Sea-Watch 3” aufzunehmen. Voraussetzung sei, dass auch andere EU-Staaten einen Teil der Flüchtlinge aufnähmen, sagte ein Sprecher des niederländischen Justizministeriums. Darüber liefen Verhandlungen unter Vermittlung der EU-Kommission.

Die spanische Küstenwache rettete inzwischen an den ersten beiden Tagen des Jahres bereits mehr als 320 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Am Neujahrstag seien 111 und am Mittwoch seien 214 weitere Menschen gerettet worden, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Die Küstenwache suche zudem nach einem weiteren Boot, das sich offenbar in Seenot befinde.

Nach UN-Angaben starben 2018 rund 1.300 Menschen bei dem Versuch, von Nordafrika aus über die zentrale Mittelmeerroute nach Europa zu gelangen.

apa/ag.

stol