Dienstag, 10. September 2019

Manuela Schwesig gibt wegen Krebserkrankung SPD-Vorsitz ab

Die Ministerpräsidentin des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ist an Brustkrebs erkrankt und legt deswegen ihr Amt als kommissarische Chefin der deutschen Sozialdemokraten (SPD) nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung am Dienstag in der Landeshauptstadt Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte. Schwesig zeigte sich aber optimistisch: „Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar.“

Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt und gibt daher den SPD-Vorsitz ab.
Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt und gibt daher den SPD-Vorsitz ab. - Foto: © APA/AFP

Die Ministerpräsidentin des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ist an Brustkrebs erkrankt und legt deswegen ihr Amt als kommissarische Chefin der deutschen Sozialdemokraten (SPD) nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung am Dienstag in der Landeshauptstadt Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Vorsitz in dem nordostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wolle sie aber weiter ausüben, erklärte die 45-Jährige.

Eine von 3 kommissarischen SPD-Bundesvorsitzenden

Schwesig ist eine von 3 kommissarischen SPD-Bundesvorsitzenden. Zusammen mit der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, und dem hessischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wollte sie die deutsche Partei bis zur geplanten Wahl eines Führungsduos im Dezember anführen. Das Trio hatte die kommissarische Führung nach dem Rückzug von Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles übernommen. Nahles war Anfang Juni nach dem SPD-Debakel bei der Europawahl zurückgetreten.

„Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig“, sagte Schwesig den Angaben zufolge. Dies werde dazu führen, dass sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen könne.

Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden. „Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen“, sagte Schwesig.

Politkarriere im Eiltempo

Schwesig hatte sich in den vergangenen 10 Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur 4 Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 – gerade 34 Jahre alt – Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann deutsche Familienministerin. Nach nur sechs Jahren Parteizugehörigkeit war Schwesig 2009 als Hoffnungsträgerin der ostdeutschen SPD Bundesvizevorsitzende ihrer Partei geworden.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

Schwesig wurde 1974 in Frankfurt (Oder) in der damaligen DDR geboren. Im Land Brandenburg verlebte sie auch ihre Kindheit, legte das Abitur ab und absolvierte ihr Studium zur Diplom-Finanzwirtin. Im Jahr 2000 zog sie nach ihrer Heirat nach Schwerin, wo sie heute mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt.

apa/dpa

stol