Freitag, 25. September 2020

Marseille: Bars und Restaurants müssen wegen Corona schließen – Proteste

In Marseille mussten Bars und Restaurants wegen der dramatisch gestiegenen Corona-Fallzahlen wieder schließen. In der südfranzösischen Hafenmetropole treffen diese neue Maßnahmen der Regierung auf Unverständnis und große Wut.

Hunderte demonstrierten gegen den erneuten Teil-Lockdown in Marseille.
Hunderte demonstrierten gegen den erneuten Teil-Lockdown in Marseille. - Foto: © APA/afp / NICOLAS TUCAT
In Frankreich wurde nach Behördenangaben vom Donnerstagabend mit 16.096 neuen Fällen ein Höchstwert erreicht. „Das Aufkommen von Covid-19 im gesamten Land ist beunruhigend“, warnte Regierungschef Jean Castex. Der Mitte-Rechtspolitiker kündigte neue Hilfen für Betriebe an, die von Schließungen betroffen sind. Frankreich registrierte in der Covid-19-Pandemie bisher über 31 500 Todesfälle.

Der Präsident der Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur (Paca), Renaud Muselier, hatte angekündigt, er werde per Einspruch rechtlich gegen die Schließung der Lokale vorgehen. Er kritisierte die Maßnahmen als „kollektive Bestrafung“. Marseille liegt in der Region Paca.

Ressortchef Véran hatte angekündigt, dass für Marseille und das Überseegebiet Guadeloupe die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen worden sei. Das hat besondere Beschränkungen zur Folge. Es bedeutet, dass neben Bars und Restaurants auch alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen schließen müssen, sofern sie kein „strenges Gesundheitsprotokoll“ haben. Theater und Kinos sind davon nicht betroffen.

apa/stol