Freitag, 22. September 2017

Martin Schulz setzt im Endspurt auf unentschlossene Bürger

Der deutsche SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gibt die Hoffnungen auf einen Wahlsieg nicht auf und setzt im Schlussspurt auf die unentschlossenen Bürger. Es gebe drei Tage vor der Wahl 37 Prozent unentschiedene Wähler, sagte Schulz am Freitag bei einem „Bild“-Townhall-Gespräch. „Da ist alles möglich“, fügte er hinzu.

Martin Schulz will bis Sonntag um jede Stimme kämpfen.
Martin Schulz will bis Sonntag um jede Stimme kämpfen. - Foto: © LaPresse

Er kämpfe bis Sonntagabend um jede Stimme. „Ich muss jetzt erstmal bis zum 24. (September) 18 Uhr schauen, dass ich ein Maximum an Wählerstimmen bekomme, damit ich Bundeskanzler werden kann.“

Schulz sagte, Bundeskanzlerin Angela Merkel tue dem Land nicht gut und müsse abgelöst werden. Die CDU-Vorsitzende bleibe im Wahlkampf schwammig und wolle sich nicht festlegen. Sie gewinne die „Weltmeisterschaft des Ungefähren“. Zugleich kritisierte er, dass Merkel sich einem zweiten TV-Duell verweigert habe.

Heftige Kritik an AfD

Scharf wandte sich Schulz gegen die rechtspopulistische AfD, die „für alles einen Sündenbock hat, aber für nichts eine Lösung“.

Der SPD-Chef bezeichnete AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland als „schamlose Person“. „Die Totengräber der Weimarer Demokratie, die haben so geredet wie Herr Gauland“, so Schulz.

Im jüngsten ZDF-Politbarometer hatte die SPD mit 21,5 Prozent erneut Punkte eingebüßt, während die AfD um einen Punkt auf elf Prozent zulegt. Die Union kommt auf 36 Prozent. In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen gaben lediglich 63 Prozent aller Wahlberechtigten an, sicher zu sein, dass und wen sie wählen wollen.

apa/reuters

stol