Montag, 2. Mai 2022

Masken in der Schule: Kann Südtirol einen Sonderweg gehen?

Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen bleibt die Maskenpflicht in den Schulen bis zum Schulende aufrecht. Bildungslandesrat Philipp Achammer will dies aber nicht hinnehmen und hat angekündigt, einen Südtiroler Sonderweg gehen zu wollen. Anfang dieser Woche soll eine Entscheidung fallen.

Die Schüler sind jene Gruppe, die die Corona-Schutzregeln am diszipliniertesten eingehalten hat, meint Landesrat Philipp Achammer. Deshalb sollten Maskenpflicht-Lockerungen auch für sie gelten. shutterstock - Foto: © shutterstock

Die Vorsitzende des Landesbeirats der Schüler, Nadia Zuggal, hält es für „nicht gerechtfertigt“, dass die Maskenpflicht bei der Arbeit aufgehoben wird, ebenso in den Bars – in den Schulen aber nicht – noch dazu, wo es jetzt wärmer werde.

Zuggal plädiert für jene Regelung, welche bereits Anfang des Schuljahrs 2020/2021 zur Anwendung kam: Damals durften die Schüler, wenn sie an ihrem Platz in der Schulbank saßen, die Maske abnehmen. Sobald ein Schüler aufstand, musste er den Mund- und Nasenschutz tragen, ebenfalls bei Gruppenarbeiten.

Goller: „Wieso nicht auch einen Sonderweg für die Schule?“

Heidrun Goller, Vorsitzende des Landesbeirats der Eltern und Vertreterin der Eltern im Schulrat, setzt sich dafür ein, dass die „durchgängige Maskenpflicht“ an den Schulen abgeschafft wird. Eine Maskenpflicht bei den Ein- und Ausgängen der Schulen sei sinnvoll, aber an seinem Arbeitsplatz – dem Sitzplatz – soll ein Schüler die Maske abnehmen dürfen, meint auch Goller.

„Südtirol ist so viele Sonderwege gegangen – für Geschäfte und Bars –, da können wir doch für die Schule auch einen Sonderweg für eineinhalb Monate gehen“, fordert Goller. Man sollte dabei auch an die „drastische Zunahme von Fällen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ denken. „Das ist eine Realität – da müssen wir hinschauen. Manche Kinder sind verängstigt – sie tragen die Maske, weil sie Angst haben“, berichtet Goller.

Achammer enttäuscht von Regierung in Rom

Achammer ist von der römischen Regierung schwer enttäuscht – auch weil es gegenteilige Ankündigungen von Unterrichtsminister Patrizio Bianchi und dem Unterstaatssekretär im Gesundheitsministerium, Andrea Costa, gegeben habe. Der Landesrat hält die römische Neuregelung für absolut widersprüchlich: „Theoretisch wäre es möglich, den Unterricht in ein Restaurant zu verlegen, dort braucht es keine Maske mehr.“ Nun werde eine eigene Regelung für Südtirol ins Auge gefasst. „Diese muss gegenüber der staatlichen Norm halten“, betont Achammer.

Auch der Jugendring wünscht sich einen Sonderweg für Südtirol. Die nun getroffene Entscheidung der römischen Regierung treffe die Kinder und Jugendlichen, welche eh schon keine große Lobby hinter sich hätten.


hof

Kommentare
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Martin Senoner
2. Mai 2022 07:14
Ich denke schon, dass bei der Schule noch Spielraum ist, im neuesten Dekret zur Maskenpflicht kommt die Schule nicht vor!