Dienstag, 06. Oktober 2020

Maskenpflicht: „Halten wir uns an die Regeln, dann brauchen wir keine neuen“

Aufgrund der steigenden Infektionen mit dem Coronavirus will die Regierung in Rom die Vorsichtsmaßnahmen gegen eine weitere Verbreitung des Virus verschärfen – unter anderem durch eine allgemeine Maskenpflicht. Mit diesem Thema hat sich auch die Südtiroler Landesregierung in ihrer Sitzung am Dienstag beschäftigt.

Die Regierung in Rom plant die Einführung der Maskenpflicht auch im Freien. Damit reagiert Rom auf die steigenden Infektionszahlen. Nach der Sitzung der Landesregierung am Dienstag hat Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärt, wie Südtirol das Dekret anwenden könnte, falls es am Mittwochabend oder Donnerstag in Kraft tritt. - Foto: © stol
Landeshauptmann Arno Kompatscher informierte über die Videokonferenz der Präsidenten der Regionen und Autonomen Provinzen mit den Ministern für Gesundheit, Roberto Speranza, und für Regionen, Francesco Boccia am Montag.

Demnach wird die Regierung den Entwurf für das neue Dekret des Ministerpräsidenten zunächst dem Parlament und anschließend den Regionen für eine letzte Stellungnahme vorlegen.

Regeln einhalten sichert Wirtschaftstätigkeit und Arbeitsplätze

Die Präsidenten der Regionen seien sich einig, besser auf die strikte Einhaltung der geltenden vorbeugenden Regeln hinzuarbeiten statt auf eine Verschärfung derselben: „Die aktuellen Grundregeln wie der Abstand bei sozialen Kontakten und Menschenansammlungen, das Händewaschen und der Mund-Nasen-Schutz sind aus epidemiologischer Sicht angemessen und sinnvoll, um die Ansteckungsraten niedrig zu halten und somit erneute Schließungen der wirtschaftlichen Tätigkeit und somit Gefährdung von Arbeitsplätzen zu verhindern“, sagte der Landeshauptmann.

Kompatscher hatte in der Videokonferenz auch dafür plädiert, die Dauer der Quarantäne und die Zahl der erforderlichen negativen Tests nach Genesung den geringeren Standards in anderen europäischen Ländern anzugleichen, um die Testlabors zu entlasten und die Akzeptanz der Bevölkerung für die Testverfahren zu erhöhen.

Gesundheitsminister Speranza sicherte zu, dies mit den Experten der obersten Gesundheitsbehörde (Istituto Superiore di Sanità) zu bewerten.

Appell an „guten Willen, Disziplin und Verantwortung“

Um die Regeln nicht verschärfen zu müssen, richtet die Landesregierung einen dringenden Appell an die Bevölkerung: „Nun ist der gute Wille, die Disziplin und das Verantwortungsbewusstsein von uns allen gefordert. Aufgrund der Tests wissen wir, dass in jüngster Zeit die meisten Neuinfektionen auf private Feste und Feiern zurückzuführen sind.“

Dort würden die Vorsichtsmaßnahmen leider oft nicht eingehalten.

„Wir rufen auf, Feiern dieser Art entweder zu verschieben oder dabei zumindest alle Regeln zu befolgen. Dies schütze nicht nur jeden einzelnen, sondern die gesamte Gesellschaft“, so Landeshauptmann Kompatscher.

Und abschließend: „Halten wir uns an die geltenden Regeln, dann brauchen wir keine neuen.“

lpa/liz