Der Gewerkschaftsverband CGIL, der im Land über fünf Millionen Anhänger zählt, plant für Ende Juni einen vierstündigen Generalstreik gegen das Sparpaket, das den Staat auf radikale Entschlackung setzt. Das genaue Datum soll diese Woche bekanntgegeben werden. Auch Richter, Ärzte und Lehrer wollen gegen das Sparpaket auf die Straße gehen.Schon für 15. Juni ist in Rom ein Protest der autonomen Lehrergewerkschaften Gilda und Cobas gegen den Regierungsbeschluss geplant, drei Jahre lang die Gehälter im öffentlichen Dienst einzufrieren. Am 16. Juni folgt in Rom eine Demonstration der im öffentlichen Gesundheitssystem tätigen Ärzte. Sie warnen vor den Auswirkungen der Sparmaßnahmen auf das italienische Gesundheitswesen. Am 12. und 19. Juli wollen die Ärzte in den Streik treten. Allein im öffentlichen Gesundheitswesen sollen in den nächsten drei Jahren 156.000 Jobs wegfallen, warnen die Ärzte.Die geplante Gehaltserhöhung für die italienischen Ärzte wurde gestrichen, damit wird sich der Staat 1,7 Milliarden Euro ersparen. 12.000 Ärzte, die mit befristeten Arbeitsverträgen im öffentlichen Gesundheitssystem arbeiten, werden ihren Job verlieren, warnte die italienische Ärztekammer.In der öffentlichen Verwaltung will die Regierung Berlusconi 59.000 Jobs kürzen. Auch das Schulwesen wird von Kürzungen schwer belastet, nachdem eine 2008 beschlossene Reform des Schulsystems bereits zur Streichung von über 80.000 Lehrerstellen geführt hatte.In den Streik wollen auch die italienischen Richter und Staatsanwälte treten, die gegen die geplante Einfrierung ihrer Gehälter protestieren wollen. Neu angestellte Richter müssen hinzu Gehaltskürzungen von bis zu 30 Prozent hinnehmen, kritisierte der Verband. Die Richter wollen zwei Tage lang zwischen dem 21 und 25. Juni streiken.Italien stehe vor einer sozialen Katastrophe, warnte der CGIL-Verband. In den nächsten drei Jahren sollen 400.000 Jobs in der zentralen und in der lokalen Verwaltung gestrichen werden, erklärte CGIL-Chef Guglielmo Epifani. Nur jeder fünfte Staatsbeamte, der in Pension geht, wird nachbesetzt. Damit soll die Zahl der Staatsbediensteten im Land von den heutigen 3,3 Millionen auf 2,9 Millionen reduziert werden. Dies entspricht einer Personalkürzung von 12 Prozent.apa/dpa