Bei dem Industriebetrieb handelte es sich um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrößte in Russland. Der ukrainische Generalstab in Kiew bestätigte den Angriff. Dort sei ein großer Brand beobachtet worden. Die Stadt liegt nur 200 Kilometer von Moskau entfernt.<BR /><BR />Laut Kommandant Robert Browdi wurden in der Nacht 23 militärische Ziele und Einrichtungen in Russland und den besetzten ukrainischen Gebieten getroffen. Nach ukrainischen Militärangaben wurden auch zwei kleine russische Marineschiffe im Kaspischen Meer beschädigt. Die Drohnentruppen trafen nach eigenen Angaben auch ein Amphibienflugzeug Be-200 und einen Hubschrauber auf dem russischen Stützpunkt Jejsk am Asowschen Meer. Die russische Armee vermeldete im Gegenzug die Einnahme von zwei Orten in den Regionen Saporischschja (Chariwne) und Charkiw (Chaikiwka).<BR /><BR />Die ukrainische Angriffswelle folgte auf einen der längsten und schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine am Mittwoch und Donnerstag. Allein in Kiew wurden bis Freitag 24 Tote aus einem zerstörten Wohnblock geborgen, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Präsident Wolodymyr Selenskyj beauftragte sein Militär, Vergeltung für diesen Angriff zu planen.<BR /><BR />Für die Hauptstadt wurde ein Trauertag ausgerufen. In der ganzen Stadt mit ihren drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern wehten die Flaggen auf Halbmast. Alle Unterhaltungsveranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben. Das Innenministerium teilte mit, der Rettungseinsatz an dem getroffenen Wohnhaus habe mehr als 28 Stunden gedauert.<BR /><BR />Hunderte Helfer hätten 3.000 Kubikmeter Schutt durchsucht. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden 24 Leichen aus den Trümmern geborgen und rund 30 Menschen lebend gerettet. Fast 50 Menschen seien verletzt worden, und etwa 400 Menschen benötigten psychologische Unterstützung, teilte das Innenministerium mit.<BR /><BR />Die beiden Kriegsparteien setzten indes den im Rahmen einer kurzen Feuerpause vereinbarten Gefangenenaustausch um. Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA wurden jeweils 205 Kriegsgefangene übergeben. „205 Ukrainer sind wieder zu Hause. Die meisten von ihnen waren seit 2022 in russischer Gefangenschaft“, teilte Selenskyj auf Telegram mit.<BR /><BR />Die russische Nachrichtenagentur RIA meldete, dass der Gegenseite 526 Leichen übergeben worden seien. Im Gegenzug habe Russland 41 Leichen von eigenen Soldaten erhalten. Die dreitätige Feuerpause war von US-Präsident Donald Trump rund um die russischen Feiern zum Sieg über Nazi-Deutschland am 9. Mai vermittelt worden. Sie sah den Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen vor.<BR /><BR />Unterdessen wurde in der finnischen Hauptstadtregion vorübergehend Drohnenalarm ausgerufen. „Die Gefahr ist vorüber. Die Menschen können sicher zur Arbeit und zur Schule gehen“, erklärte Innenministerin Mari Rantanen auf X. Der Flugverkehr am Flughafen Helsinki wird nach einer dreistündigen Unterbrechung wieder aufgenommen, wie der Betreiber auf seiner Website mitteilt. Zuvor ließen die Streitkräfte einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders Yle zufolge Kampfjets aufsteigen. Ministerpräsident Petteri Orpo erklärte auf X, die Streitkräfte hätten ihre Kontrollen intensiviert.<BR /><BR />Ausgelöst hat den Alarm offenbar eine Warnung. Man sei in der Früh informiert worden, dass möglicherweise ukrainische Drohnen von ihrem Kurs abkommen könnten, teilte die finnische Armee mit. Allerdings dürften keine Drohnen in den finnischen Luftraum eingedrungen sein. Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine nicht beende, könne es immer wieder zu solchen Situationen kommen, so das Verteidigungsministerium in Helsinki.