Dienstag, 14. März 2017

Maßnahmen für obdachlose Personen: Neue Leitlinien

Die Obdachlosenarbeit in Südtirol soll neu ausgerichtet werden. Dazu hat die Landesregierung am Dienstag auf Vorschlag von Landesrätin Martha Stocker Leitlinien verabschiedet.

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Foto: © shutterstock

Dabei soll der Schwerpunkt verstärkt auf die Begleitung hin zu einem möglichst eigenständigen Leben gesetzt werden. „Wir denken dabei beispielsweise an das im Ausland praktizierte ‚Housing First’, bei dem die begleiteten Personen nicht nach ‚Stufen’ von den Obdachloseneinrichtungen in die Autonomie entlassen werden, sondern von Anfang an autonom untergebracht, aber begleitet werden“, so Landesrätin Stocker.

Die neuen Leitlinien sollen all jenen dienen, die für und mit Obdachlosen arbeiten. Sie sollen dabei helfen, strukturierte und abgestimmte Maßnahmen zu setzen und bereits bei ersten Schwierigkeitsanzeichen eingreifen zu können.

„Uns ist es wichtig, Fachkräften und den Diensten im Bereich der Obdachlosigkeit eine Handreichung zu geben und realistische und verwirklichbare Ziele zu setzen“, informiert Landesrätin Stocker über die Zielsetzungen der neuen Leitlinien. Gleichzeitig wolle man möglichst dieselbe Qualität aller Dienste und Maßnahmen sicherstellen.

In Südtirol bieten derzeit 16 Einrichtungen Obdachlosen Unterkunft. Elf davon befinden sich in der Landeshauptstadt, drei in Meran und je eine in Brixen und Bruneck. Hinzu kommt eine Reihe von Tagesdiensten und niederschwelligen Angeboten, darunter Aufenthaltsräume, Essensausgaben, Kleiderkammern, Duschmöglichkeiten.

Unterstützung bietet ein Netz öffentlicher Einrichtungen – von den Sozialdiensten über die Arbeitsdienste und andere Dienste im Bereich der sozialen Wiedereingliederung – sowie verschiedener nichtgewinnorientierter Organisationen. Welche Maßnahmen und Dienste für Obdachlose in Südtirol zur Verfügung stehen und wie die Obdachlosenarbeit strukturiert ist, darüber soll in Kürze im Rahmen einer Pressekonferenz umfassend informiert werden.

lpa

stol