Gabriele Finotello aus Rovigo hatte seinen Vater nach jahrelangen Misshandlungen innerhalb der Familie getötet, während Massimo Zen, ein Sicherheitsbeamter, einen flüchtenden Dieb erschossen hatte, der zuvor einen Geldautomaten überfallen hatte. Die beiden weiteren Begnadigungen betrafen Patrizia Attinà und die Rumänin Ancuta Strimbu, die wegen Erpressung bzw. Drogendelikten verurteilt worden waren.<BR /><BR />Besonders kontrovers war der Fall Gabriele Finotello, der am 22. Februar 2021 im Alter von 29 Jahren seinen Vater Giovanni mit einem Hammer erschlug. Am Tag der Tat kam es zu einem Streit, nachdem Gabriele seinen betrunkenen Vater antraf. Nach dem Angriff rief er selbst den Notruf und wartete zu Hause auf die Polizei. Er wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt. Mattarellas Büro betonte bei der Begnadigung, dass der Tat ein familiäres Drama mit jahrelangen Misshandlungen durch den alkoholabhängigen Vater vorausgegangen sei - auch gegenüber Finotellos Mutter und Bruder.<BR /><BR />Der Fall Massimo Zen (54) sorgte im April 2017 für Schlagzeilen, als er Manuel Major erschoss, der gemeinsam mit zwei Komplizen in einem Auto vom Tatort eines Geldautomatenüberfalls in Barcon di Vedelago (Provinz Treviso) flüchtete. Zen wurde zu neun Jahren und sechs Monaten Haft wegen Mordes verurteilt und verbüßt derzeit seine Strafe im Gefängnis von Verona. Im Rahmen der teilweisen Begnadigung, durch die ihm drei Jahre und drei Monate der noch verbleibenden Haft erlassen wurden, berücksichtigte Präsident Mattarella unter anderem das positive Gutachten des Strafvollzugsrichters, die Wiedergutmachung des Schadens an die Familie des Opfers sowie den Gesundheitszustand des Verurteilten. Durch den Gnadenerlass verbleibt eine Reststrafe von maximal vier Jahren, was die Möglichkeit eröffnet, in den offenen Vollzug bzw. zur Sozialbewährung überzugehen.<BR /><BR />Weniger bekannt ist der Fall von Patrizia Attinà, die zu insgesamt zwei Jahren, acht Monaten und zwanzig Tagen Haft wegen Diebstahls und Erpressung verurteilt wurde. Die Rumänin Ancuta Strimbu wurde zu neun Jahren, sieben Monaten und 17 Tagen Haft verurteilt - wegen Erpressung und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Durch Mattarellas Begnadigung verbleibt auch bei ihr eine Reststrafe von unter vier Jahren, wodurch ebenfalls ein Übergang in den offenen Vollzug oder eine Sozialbewährung möglich ist.