Sonntag, 01. November 2020

Mattarella besucht Friedhof in Brescia und ruft Italien zum Zusammenhalt auf

Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat zu Allerheiligen überraschend einen Friedhof in der Gemeinde Castegnato in der vom Coronavirus schwer gezeichneten lombardischen Provinz Brescia besucht. Von dem Friedhof war vor einigen Monaten ein Kreuz von einem Monument zu Ehren der Todesopfer des Coronavirus gestohlen worden. Bei dem Besuch rief Mattarella die Italiener zum Zusammenhalt angesichts der Herausforderungen der Epidemie auf.

Staatspräsident Mattarella bei der Kranzniederlegung.
Staatspräsident Mattarella bei der Kranzniederlegung. - Foto: © ANSA / QUIRINAL PRESS OFFICE/ PAOLO GIA
Nachdem es in der vergangenen Woche in mehreren italienischen Städten zu Protesten gegen die restriktiven Anti-Covid-Maßnahmen der Regierung gekommen ist, plädierte der italienische Staatschef für Zusammenhalt im Land und rief zum Verzicht auf „Egoismus“ auf. „Wir müssen gemeinsam die Gesundheit der Menschen schützen und den Neustart Italiens ermöglichen“, sagte der Präsident, dem auf dem Friedhof von den Anwesenden applaudiert wurde. Jeder müsse seinen Beitrag für dieses „gemeinsame Ziel“ leisten.

Mattarella legte einen Blumenkranz an der Stelle nieder, an der das Kreuz vom Monument zu Ehren der Covid-Todesopfer gestohlen wurde. Der Besuch Mattarellas kam für den Bürgermeister Castegnatos, Gianluca Cominassi, überraschend. „Ich bin am Samstagabend über den Besuch des Präsidenten informiert worden. Mattarella hat mir gesagt, dass ihn der Diebstahl des Kreuzes von dem Monument zu Ehren der Covid-Opfer stark gestört hatte.“

In der Provinz Brescia sind 2751 Menschen an Covid-19 gestorben, landesweit sind bisher mehr als 36.000 Todesopfer zu beklagen. Die Zahl der Infektionen ist stark steigend. Erwartet wird, dass die Regierung am Montag weitere restriktive Maßnahmen ergreift.

apa

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