Samstag, 31. Januar 2015

Mattarella-Wahl: Reaktionen aus Südtirol sehr unterschiedlich

Die Kür von Sergio Mattarella zum 12. italienischen Staatspräsidenten hat am Samstag in Südtirol unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen.

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Foto: © APA/EPA

LH Kompatscher: "Sensibel für Autonomie" 
"Sergio Mattarella wird ein Staatspräsident sein, der wie Vorgänger Giorgio Napolitano ein offenes Ohr für unsere autonomiepolitischen Anliegen hat", erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher in ersten Stellungnahme zur Wahl Mattarellas zum neuen Staatsoberhaupt.
"Mit Mattarella übernimmt ein Mann das höchste Amt im Staate, der in seiner politischen Laufbahn immer wieder institutionelles Profil gezeigt und dabei Ausgewogenheit, Kohärenz und große Offenheit auch gegenüber den autonomen Ländern an den Tag gelegt hat", unterstreicht der Landeshauptmann. "Die Wahl ist somit auf eine Person gefallen, die das Amt mit Würde und Kompetenz ausüben wird."

Kronbichler: „Eine glückliche Fügung zu diesem Zeitpunkt“

Die Südtiroler Grünen gratulieren dem Altparlamentarier und Verfassungsrichter Sergio Mattarella zu seiner Wahl zum neuen Staatspräsidenten. Der Kammerabgeordnete der Südtiroler Grünen, Florian Kronbichler, hat so wie die gesamte Parlamentsgruppe von Sinistra Ecologia Libertà seine Stimme Sergio Mattarella gegeben.

In einer ersten Stellungnahme bezeichnete er die Wahl Mattarellas als „eine glückliche Fügung zu diesem Zeitpunkt“. Wörtlich sagte er: „Zu dem Luftikus Renzi an der Spitze der Regierung hinzu tritt nun mit Mattarella an die Spitze des Staates ein Garant der Regeln, der Verfassung und des Rechtsstaates.“

Knoll: "Endlich Begnadigung der Südtiroler Freiheitskämpfer"

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, wird angesichts der heutigen Neuwahl des italienischen Staatspräsidenten, bereits am  Dienstag einen Beschlussantrag zur Begnadigung der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer im Landtag zur Abstimmung bringen lassen. Der neue italienische Staatspräsident soll damit aufgefordert werden, endlich dafür Sorge zu tragen, dass die Süd-Tiroler Freiheitskämpfer in ihre Heimat zurückkehren dürfen.

Lang: "Mit seinen 73 Jahren wird auch er keinen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung des Stiefelstaates einbringen" 

Der Südtiroler Heimatbund gratuliert Sergio Mattarella zur Wahl des Präsidenten der Republik Italien, so Obmann Roland Lang. Mit seinen 73 Jahren werde er sicher bereits Opa oder sogar Uropa sein. Damit werde auch er keinen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung des Stiefelstaates einbringen. Da er ein rigoroser Jurist sei, wird ihm der SHB auf die von Italien im Jahre 1977 ratifizierten Menschenrechtspakte hinweisen, mit denen das Selbstbestimmungsrecht der Völker auch in Italien zum zwingenden Recht wurde.

stol