Dienstag, 15. Oktober 2019

Matteo gegen Matteo: Spannendes TV-Duell mit Salvini und Renzi

Matteo gegen Matteo: Die beiden Stars der italienischen Politik – Lega-Chef Matteo Salvini und Ex-Premier Matteo Renzi – haben sich am Dienstagabend bei der von RAI 1 gesendeten Politshow „Porta a Porta“ an einem spannenden TV-Duell mit viel Schlagabtausch beteiligt.

Matteo Salvini, Bruno Vespa und Matteo Renzi bei der Sondersendung von „Porta a Porta“.
Matteo Salvini, Bruno Vespa und Matteo Renzi bei der Sondersendung von „Porta a Porta“. - Foto: © ANSA / FABIO FRUSTACI

Bei dem Duell, das zwar erst am späten Dienstagabend gezeigt wird, jedoch bereits am Nachmittag aufgenommen wurde, sparten die beiden redegewandten Politikern nicht mit gegenseitigen Attacken.
Salvini beschuldigte Renzi, seine Demokratische Partei (PD) von einem Rekordhoch von 40 Prozent 2014 zu einem Zusammenbruch bei den Parlamentswahlen 2018 geführt zu haben.

Heute führt Renzi die Kleinpartei „Italia viva“, die laut Umfragen auf lediglich vier Prozent der Stimmen kommen würde, während Salvinis Lega mit über 30 Prozent der Stimmen rechnen könne.

Der 46-jährige Salvini betonte, Renzi habe lediglich die zweite Regierung Conte aus Sozialdemokraten und Fünf Sterne-Bewegung unterstützt, um in Italien Neuwahlen zu verhindern, die zu einem Sieg seiner Lega geführt hätten. Renzi hänge wie kein anderer an seinem Parlamentssessel, kritisierte Salvini.

Der 44-jährige Renzi erwiderte, dass Salvini während seiner 14 Monate als Innenminister von Juni 2018 bis August 2019 mehr Zeit bei Volksfesten, auf Stränden und Wahlveranstaltungen als in seinem Büro oder bei EU-Gipfeltreffen verbracht habe.

Er beschuldigte Salvini, die Angst vor der Migration zu Zwecken der politischen Propaganda zynisch zu instrumentalisieren. „Es gibt keine Migranteninvasion, doch es könnte zu einer Invasion kommen, wenn Europa sich nicht für eine einschneidende Strategie in Afrika entscheidet“, argumentierte Renzi.

Renzi und Salvini haben vieles gemeinsam, doch sie sprechen eine unterschiedliche Wählerschaft an und verfolgen entgegengesetzte Ziele.

Die Matteos verbindet eine tiefe gegenseitige Abneigung

Die beiden Matteos verbindet eine tiefe gegenseitige Abneigung, auch wenn sie sich in vielem ähnlich sind. Sie tragen denselben Vornamen, sind beide Mitte vierzig und stammen aus kleinbürgerlichem Milieu. Beide haben schon als Teenager ihre politische Karriere begonnen und sind in sozialen Netzwerken sehr aktiv.

Salvini hat aus der Separatisten-Truppe Lega Nord die Lega gemacht, eine gesamtitalienische Rechtspartei, die mit harten, mitunter rassistischen, Slogans gegen die „wilde Migration“ und die „Diktatur der Brüsseler Technokratie“ bei den letzten EU-Wahlen auf 33 Prozent gekommen ist.

Renzi zeigt sich dagegen ausgesprochen proeuropäisch, liberal orientiert und kapitalfreundlich. Er stemmt sich hartnäckig gegen Salvinis Einwanderungspolitik der „geschlossenen Häfen“. Mit seinen Slogans spricht er vor allem den Mittelstand und wohlhabendere Italiener an. Seine Gegner in der Linken werfen ihm deshalb vor, Sprecher der Eliten und Hampelmann der Finanz zu sein.

apa