Montag, 12. März 2018

Mausklick gegen den Wolf

Während man im Trentino mit Gummigeschossen Wölfe vergrämen darf, reicht das Südtirol noch nicht aus. Mit einer groß angelegten Unterschriftensammlung will Landesrat Arnold Schuler bei den Verhandlungen in Rom und Brüssel für den nötigen Nachdruck sorgen. Ziel könne nämlich nur eine mögliche Entnahme der Tiere sein, ist Schuler überzeugt.

Die Unterschriftenaktion gegen den Wolf wurde gestartet. Unterschreiben auch Sie?
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Die Unterschriftenaktion gegen den Wolf wurde gestartet. Unterschreiben auch Sie? - Foto: © shutterstock

Dass das Thema Wolf und Bär den Südtirolern unter den Nägeln brennt, bewies der volle Raiffeisensaal in Lana. Dort fand letzte Woche eine Podiumsdiskussion zum Thema „Großraubtiere und Almbewirtschaftung“ statt . Mit dabei natürlich auch Landesrat Arnold Schuler und Luigi Spagnolli, Direktor im Amt für Jagd und Fischerei, dem in Vergangenheit aufgebrachte Almbesitzer und Bauern in Sachen Wolf und Bär den Schwarzen Peter zugeschoben haben.

Regulierung ist einzige gangbare Lösung

„Dass beim Wolf eine Regulierung des Bestandes die einzige gangbare Lösung ist, dieser Meinung bin ich auch“, sagte Landesrat Arnold Schuler. „Doch die Entscheidungen über Wolf und Bär werden nicht in Bozen, sondern in Rom und Brüssel gefällt.“ Dort seien dann aber eben auch starke Tier- und Umweltschutzorganisationen präsent, die einen großen Einfluss auf politische Entscheidungen hätten. „Es wäre hilfreich, wenn man Rom und Brüssel gegenüber mit mehr Nachdruck auftreten könnte“, so Schuler.

Aus diesem Grund ging der Landesrat in die Offensive. Erstmals stellte Schuler die von ihm ins Leben gerufene Wolfs-Petition vor.

Es sei schon klar, dass die Bauern nicht die Zeit und die Möglichkeit hätten, nach Rom oder nach Brüssel zu fahren, um dort ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, so Schuler. „Aber mit jeder Unterschrift, die für die Forderung nach einer Regulierung der Wölfe in Südtirol gesetzt wird, erhält unsere Stimme mehr Gewicht“, sagt er. 

Bisher knapp 8000 Unterschriften

Bis Montagnachmittag unterschrieben bereits 7.925 Personen die Petition gegen den Wolf.

Gefordert wird von Brüssel, dass der Schutzstatus für Wölfe herabgesetzt wird. Von Rom hingegen wird verlangt, dass die im Rahmen der EU-Richtlinie vorgesehene Entnahme von Wölfen ermöglicht wird. „Nur, wenn wir jetzt zusammenstehen und uns gemeinsam wehren, können wir entsprechend Druck aufbauen“, so Schuler. „Ich lade jeden Bürger ein, diese Petition zu unterzeichnen und sich so für den Erhalt unseres ländlichen Raums einzusetzen.“

Die Liste der gesammelten Unterschriften wird dem EU-Kommissar für Umwelt bzw. der EU-Kommission und dem italienischen Umweltministerium überreicht. Die Petition kann in allen Gemeindeämtern, in den Bauernbundbüros, Forststationen oder online unterzeichnet werden.

stol/em

stol