Der private mazedonische TV-Sender „A-12 berichtete dies unter Berufung auf Diplomatenkreise am Donnerstag in Skopje. Griechenland hatte wegen des ungelösten Namensstreits im April 2008 die Aufnahme Mazedoniens in die NATO blockiert.Derzeit seien diplomatische Bemühungen im Gange, um zu verhindern, dass Griechenland eine Entscheidung des EU-Ministerrates über den Termin für die Aufnahme der Beitrittsgespräche mit Mazedonien verhindere, wurde dieselbe Quelle zitiert. Es werde auch nicht ausgeschlossen, dass die mazedonische Staatsführung bestimmte Garantien abgebe, dass der Konflikt vor der Aufnahme der EU-Beitrittsgespräche gelöst sein werde, berichtete der Sender.Die EU-Kommission hatte vorige Woche in ihrem Fortschrittsbericht für den Westbalkan und die Türkei die Aufnahme der Beitrittsgespräche mit dem Kandidatenland Mazedonien empfohlen. Der EU-Ministerrat dürfte mazedonischen Medien zufolge im Dezember über den Termin dafür entscheiden. In Skopje gehe man davon aus, dass die Beitrittsgespräche im Mai 2010 beginnen könnten. Dies würde den Behörden in Skopje genügend Zeit bieten, um die heimische Öffentlichkeit auf die Zugeständnisse im langjährigen Namensstreit mit Griechenland vorzubereiten, berichtete der TV-Sender.Der Namensstreit ist seit Anfang der 1990er Jahre ungelöst. Nach der Auflösung Jugoslawiens gab sich die frühere Teilrepublik den Namen „Republik Mazedonien“, worin Griechenland mögliche territoriale Ansprüche sah. Athen nimmt insbesondere Anstoß daran, dass sich die Präambel der Verfassung der heutigen „Republik Mazedonien“ auf die „Antifaschistische Proklamation“ von 1944 beruft, woraus „expansionistische Bestrebungen“ abgeleitet werden könnten. In die UNO wurde Mazedonien unter dem vorläufigen Namen „Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien“ (FYROM) aufgenommen, ist aber nach Angaben der Behörden in Skopje bereits von 125 Staaten unter seinem Verfassungsnamen anerkannt. Griechenland beansprucht auch das kulturelle Erbe des antiken Makedonien, dem Ursprung Alexanders des Großen und somit der Wiege des Hellenismus für sich.dpa