Mittwoch, 30. Januar 2019

Mazedonien: Vielleicht Platz in der EU?

Nach der Beilegung des Namenstreits mit Griechenland will Mazedonien so schnell wie möglich in die EU. Trotz der gegenwärtigen Krise habe sein Land „Vertrauen in die EU über die Grenzen des Himmels hinaus“, sagte Premier Zoran Zaev am Mittwoch bei einem Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien. „Großbritannien hat vielleicht einen Platz für uns freigemacht in der EU“, sagte er.

Mazedonien hofft auf einen Platz in der EU.
Mazedonien hofft auf einen Platz in der EU. - Foto: © shutterstock

Die Mazedonier würden „mehr an die Werte der EU glauben als manche Bürger innerhalb der Europäischen Union“, meinte Zaev. Deshalb habe das Land zur Lösung des Namensstreits sogar seinen Staatsnamen in der Verfassung geändert und werde bald Republik Nordmazedonien heißen. Im Juni dieses Jahres erhoffe er sich daher starke Argumente im EU-Rat, warum Mazedonien bald Mitglied der EU werden solle, so der mazedonische Regierungschef.

Mazedonien ist seit 2005 offizieller EU-Beitrittskandidat, allerdings wurde die EU-Annäherung wegen des Namensstreits mit Griechenland jahrelang von Athen blockiert. Nachdem das griechische Parlament am vergangenen Freitag das Abkommen zwischen Athen und Skopje zur Beilegung des Streits gebilligt hat, ist der weitere Weg Richtung EU und NATO theoretisch frei.

Die Vereinbarung zum Namensstreit sieht vor, dass das Land künftig Nordmazedonien heißt. Dies war von Griechenland gefordert worden, weil auch eine nordgriechische Region Mazedonien beziehungsweise Makedonien heißt.

apa

stol