<h3> Laut Regierung mindestens 5.000 Menschen getötet</h3> Irans oberster Führer Ali Khamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. Ein Regierungsvertreter sagte am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters, mindestens 5.000 Menschen seien getötet worden, darunter seien etwa 500 Angehörige der Sicherheitskräfte. Der Vertreter, der anonym bleiben wollte, erklärte zudem, einige der heftigsten Zusammenstöße und die höchste Zahl an Todesopfern habe es in den kurdischen Gebieten im Nordwesten des Iran gegeben.<BR /><BR />Die Iran-Expertin Holly Dagres von der Denkfabrik Washington Institute erklärte auf X, ein Diplomat habe ihr bestätigt, seine Botschaft halte eine Zahl von 12.000 Todesopfern für zutreffend.<BR /><BR />Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf X, 3.308 Todesfälle seien bestätigt. Weitere 4.382 würden geprüft. Mindestens 24.266 Menschen seien festgenommen worden. Die in Norwegen ansässige kurdisch-iranische Menschenrechtsgruppe Hengaw hatte ebenfalls berichtet, dass es einige der heftigsten Zusammenstöße in den kurdischen Gebieten gegeben hätte. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.<h3> Internetsperre dauert an </h3> Die Berichterstattung über die Opfer nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstrierende ist erschwert, weil die iranische Führung am 8. Jänner eine Internetsperre verhängt hat. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen, bietet das Satelliten-Internet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX.<BR /><BR />Aktivisten rechnen damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen, sobald mehr Informationen nach außen dringen.<BR /><BR />Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der dramatischen Wirtschaftskrise und der sehr hohen Inflation begonnen. Sie weiteten sich jedoch schnell zu politischen Demonstrationen gegen das autoritäre System der Islamischen Republik aus.