Donnerstag, 13. Mai 2021

Mehr als 1600 Raketen aus Gaza auf Israel abgefeuert

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs bisher über 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 400 davon seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen, sagte Sprecher Jonathan Conricus am Donnerstag.

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist erneut eskaliert.
Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist erneut eskaliert. - Foto: © APA/AFP / MENAHEM KAHANA
Auch in der Nacht auf Donnerstag wurden zahlreiche Raketen auf israelische Städte abgefeuert. Bei den Angriffen wurden in Petah Tikva im Osten von Tel Aviv 5 Menschen leicht verletzt und ins Spital gebracht, teilte die Polizei mit.

Seit Montagabend beschießen militante Palästinenser Israel massiv mit Raketen. Die israelische Armee reagiert auf den Beschuss mit dem umfangreichsten Bombardement seit dem Gaza-Krieg des Jahres 2014.

Nach Angaben des israelischen Militärs starben seitdem bisher 7 Menschen in Israel, 6 Zivilisten und ein Soldat. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben in dem Küstengebiet 67 Menschen. 388 Menschen seien in Gaza verletzt worden.

Warum gerade jetzt wieder die Lage im Nahen Osten eskaliert ist und wer vom Konflikt profitiert, hat der aus Nals stammende Israel-Experte Hannes Pichler im Interview erklärt.

600 Ziele im Gazastreifen beschossen

Der Militärsprecher teilte mit, das israelische Militär habe bisher rund 600 Ziele in dem Gazastreifen beschossen, darunter Stätten zur Produktion von Raketen und Lagerräume. Angegriffen worden sei zuletzt auch ein Tunnel, der Kämpfern unter anderem als Versteck gedient habe. Dieser sei unter einer Schule in besiedeltem Gebiet gegraben worden.

Mittwochabend beschloss das israelische Sicherheitskabinett Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die im Gazastreifen herrschende islamistischen Hamas. Die Armee solle von sofort an gezielt „Symbole der Hamas-Herrschaft“ in dem Palästinensergebiet angreifen, berichtete der Sender Kanal 12.

Israel indes schützt sich mit einer „Eisernen Kuppel“ vor Kurzstreckenraketen. Wie das seit 10 Jahren aktive Abwehrsystem funktioniert, lesen Sie hier.

Biden fordert Ende der Gewalt

Unterdessen schalteten sich auch die USA in die Bemühungen um eine Deeskalation ein. US-Präsident Joe Biden äußerte in einem Telefonat mit dem israelischen Premier Benjamin Netanyahu den Wunsch nach einem Ende der Gewalt, betonte aber zugleich: „Israel hat das Recht, sich selbst zu verteidigen.“ Netanyahu teilte dem US-Präsidenten nach Angaben seines Büros mit, dass Israel seine Militärschläge gegen die Hamas fortsetzen werde.

Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen waren nach Angaben des von der Hamas geführten Innenministeriums schon alle Polizeigebäude in dem Küstengebiet zerstört worden. Die Hamas wird von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft.



apa