Donnerstag, 03. Januar 2019

Mehr als 30 Tote bei Kämpfen zwischen Rebellen in Syrien

Bei heftigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Rebellen sind im Nordwesten Syriens mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Zivilisten. Die Gewalt brach zwischen der Al-Kaida-nahen Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront (NLF) aus, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch meldete.

Die US-Truppen werden aus Syrien abgezogen Foto: APA (AFP)
Die US-Truppen werden aus Syrien abgezogen Foto: APA (AFP)

Den HTS-Kämpfern gelang es demnach, den Ort Darat Isa einzunehmen. Dieser liegt im Norden der von Regierungsgegnern kontrollierten Region um die Stadt Idlib, der letzten großen Rebellenhochburg des Bürgerkriegslandes. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es dort immer wieder Spannungen zwischen konkurrierenden Gruppen gegeben. Die HTS-Miliz zählt in der Region um Idlib zu den stärksten bewaffneten Kräften. Die früher unter dem Namen Al-Nusra-Front bekannte Gruppe hat sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida losgesagt.

Aktivisten berichteten, HTS-Anhänger hätten den Abzug von NLF-Kämpfern Richtung Norden ausgenutzt. Die Türkei hat gedroht, im Norden Syriens gemeinsam mit verbündeten syrischen Rebellen eine Offensive auf von Kurden kontrollierte Gebiete zu beginnen.

Keine Frist für Truppenabzug

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump Berichte zurückgewiesen, den angekündigten Abzug aller US-Soldaten aus Syrien binnen vier Monaten abschließen zu wollen. Er habe niemals über diese kolportierte Frist gesprochen, sagte Trump am Mittwoch vor Journalisten. Tatsächlich würden die Militärs „über eine gewisse Zeitspanne hinweg” abgezogen.

Trump hatte Mitte Dezember - gegen die Empfehlung seiner Berater - überraschend angekündigt, alle 2.000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, weil die IS-Miliz dort besiegt und damit das Einsatzziel erreicht sei. In Regierungskreisen hatte es geheißen, für den Abzug seien 60 bis 100 Tage eingeplant. Bei Verbündeten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien sorgte die Entscheidung, durch die das Machtgefüge in Syrien neu definiert wird, für massive Kritik.

Der Senator Lindsey Graham von Trumps Republikanern sagte am Mittwoch zudem, Trump wolle sicherstellen, dass es nach dem US-Abzug in Syrien keinen Zusammenstoß zwischen Kämpfern der kurdischen YPG und der Türkei gebe. Die USA haben die YPG als Verbündete im Kampf gegen aufständische Islamisten unterstützt. Die Türkei bezeichnet sie indes als Terrorgruppe und will sie zerschlagen. Die YPG hatte nach Trumps Abzugs-Ankündigung den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad um Hilfe gebeten.

apa/dpa

stol