<b>von Florian Stumfall</b><BR /><BR />Man nennt so etwas eine Momentaufnahme, weil es morgen schon wieder anders sein kann, aber mehrere solcher Aufnahmen können über einen längeren Zeitraum doch eine Entwicklung zeigen, aus der dann die Polit-Propheten ihre Weisheit ziehen. Und nicht nur die. Noch begieriger schauen die Politiker auf die Ergebnisse, und wenn es zu einer Wahl auch noch so weit hin sein mag, sind ihnen doch gute Werte lieber als schlechte.<BR />Das neueste Ergebnis für Bayern: Die CSU kommt danach auf 43 Prozent, das ist ein Wert, den keine andere Partei in Deutschland auch nur annähernd erreicht. Man fühlt sich deutlich erinnert an die Zeiten, als die 50 Prozent als sicher gelten durften und man nur rätselte, wieviel darüber rauskommen können. Platz 2 nimmt mit überraschenden 18 Prozent die AfD ein.<BR />Aber es kommt nicht zu dem Problem der zurückliegenden Wahlen in Ostdeutschland, wo jeweils die CDU zu den Linksradikalen schielt, um nicht mit der AfD reden zu müssen. In Bayern nämlich gibt es auch die Freien Wähler, derzeit mit 11 Punkten, mit denen zusammen die CSU ihre bisherige Koalition leichter Hand fortsetzen könnte.<BR />Das ist bisher das Spektrum von rechts bis in die Mitte. In Bayern überleben aber auch linke Parteien, so die Grünen mit 10 Prozent, die SPD mit 8 und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 5 Punkten. Dieses letztere, die Partei der wandelbaren Kommunistin Wagenknecht in Bayern vorzufinden, gehört auch zu den Überraschungen, sie hat nämlich bislang nicht einmal einen Landesverband. Aber, wie gesagt, das ist eine Momentaufnahme.<BR />Rechnet man die Werte auf der linken Seite zusammen, so kommt man auf ein knappes Viertel der Stimmen. So viel hat ehedem die SPD allein bekommen. Entsprechend verhält es sich auf der anderen Seite, wo sich einst die CSU mit bis zu 60 Prozent und ehedem die FDP, die gar nicht mehr erscheint, die bürgerlichen Stimmen geteilt haben. <BR />Auf Grund irgendwelcher rechnerischen Finessen kann INSA keine Sitzverteilung nennen, die sich aus der Umfrage ergeben würden. Ist auch überflüssig. An einem Fortbestand der bürgerlichen Politik mit der CSU an der Spitze gibt es danach keine Zweifel.<BR />Als einer der Gründe für den guten Wert der CSU wurde angeführt, dass Ministerpräsident Markus Söder (57), der zugleich CSU-Chef ist, auf eine Kanzler-Kandidatur verzichtet hat. Unklar, ob das für ihn ein Kompliment ist oder nicht.