Freitag, 03. November 2017

„Mehr Bewegung und Sport“ für Schüler

Noch nie waren europaweit so viele Kinder und Jugendliche übergewichtig, internationale Studien zeigen motorische Defizite. „Auch in Südtirol wäre Förderunterricht für Bewegung notwendig, das gibt uns zu denken“, sagte Schulinspektorin Martina Rainer am Donnerstagabend beim ersten runden Tisch mit den Akteuren im Sportbereich.

Badge Local
Foto: © shutterstock

„Die Forderung der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 90 Minuten Bewegung pro Tag, im Durchschnitt bewegen sich die Kinder bei uns nur 60 Minuten, vor Jahren waren es noch drei bis vier Stunden“, erklärte Rainer.

Anlass des Treffens war die Vorstellung des Maßnahmenpakets „Mehr Bewegung und Sport“, das die Landesregierung Ende August genehmigt hatte. Dieses Paket, das unter anderem den Ausbau der verpflichtenden Unterrichtsstunden im Fach Bewegung und Sport an den Grund- und Mittelschulen vorsieht, wurde unter dem Schlagwort „Sport macht Schule“ vorgestellt.  

„Die Schule ist die einzige Institution, die alle Kinder und Jugendlichen erreicht“, sagte Bildungslandesrat Philipp Achammer. Es sei aber nicht nur Aufgabe der Schule, zu einer bewegungsfreundlichen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen beizutragen. Wenn es um mehr Bewegung und damit um ein gesünderes Leben geht, sei die gesamte Gesellschaft gefragt, stimmte ihm auch Sportlandesrätin Martha Stocker zu. „In Südtirol gibt es viel registrierte Sportausübung, aber viel zu wenig informelle“, sagte sie und machte sich für Bewegung im Alltag, etwa für das Stiegensteigen, stark. „Bewegung ist eine Lebenseinstellung“, erklärte sie. Regelmäßige Bewegung sei auch ein wichtiger Baustein, um lange fit zu bleiben und selbständig leben zu können.

„Wenn eine Initiative zu mehr Sport nachhaltig sein soll, müssen auch Eltern und Freunde mitziehen“, gab Sportmediziner Stefan Resnyak zu bedenken. Außerdem zitierte er eine Studie aus der Schweiz, derzufolge Sport auch die geistige Leistungsfähigkeit steigert. Die Daten würden belegen, dass mehr verpflichtende Sportstunden auch zu besseren Leistungen in anderen Fächern geführt hätten. 

Zum nächsten Treffen sollen auch Kinderärzte eingeladen werden.

lpa

stol