Freitag, 08. Januar 2021

Mehr Biontech/Pfizer-Impfstoff für EU

Die EU kann im laufenden Jahr auf weitere bis zu 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff der deutschen Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer zurückgreifen. 75 Millionen Dosen davon sollen bereits bis Ende des zweiten Quartals zur Verfügung stehen.

Die Zeit drängt, doch der Impfstoff kommt nur tröpfchenweise bei den Menschen an.
Die Zeit drängt, doch der Impfstoff kommt nur tröpfchenweise bei den Menschen an. - Foto: © APA/afp / PATRICK HERTZOG
Die europäische Arzneimittelagentur EMA erlaubt zudem ab sofort, dass aus einem Biontech-Impffläschchen sechs statt bisher fünf Impfdosen genommen werden.

Von den bereits zugelassenen Mitteln von Biontech/Pfizer sowie dem US-Unternehmen Moderna hat die EU sich mittlerweile 760 Millionen Einheiten gesichert. Damit könnten mehr als 80 Prozent der EU-Bevölkerung geimpft werden, sagte von der Leyen.

Es ist Geduld gefragt

Der neue Vertrag folgte auf Klagen über Knappheit von Impfstoff in EU-Staaten. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bedankte sich bei Von der Leyen, die „dafür alle Hebel in Bewegung gesetzt“ habe. Die Beschaffung sei ein wichtiger Erfolg für die EU, das Kontingent somit verdoppelt. Zudem begrüße er die EMA-Entscheidung bezüglich der sechsten Impfdose pro Fläschchen.

Das Biontech/Pfizer-Präparat war am 21. Dezember als erster Corona-Impfstoff in der EU zugelassen worden. Am Mittwoch wurde auch das Mittel des US-Herstellers Moderna genehmigt. Bereits im November hatte die EU-Kommission für alle 27 Staaten bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer bestellt - eine feste Bestellung von 200 Millionen Dosen und eine Option auf 100 Millionen weitere, die vor kurzem gezogen wurde. Auch die neue Vereinbarung sieht diese Aufteilung vor.

Von der Leyen: „War klar, dass nicht auf einen Schlag alle geimpft würden“

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist der bisher einzige, der in der EU genutzt wird. Von der Leyen sagte, sie sei besonders froh, dass 75 Millionen Einheiten bis Ende Juni ausgeliefert würden. Sie verteidigte die europäische Impfstrategie: „Ich bin der tiefen Überzeugung, dass dieser europäische Weg richtig ist und ich glaube, in der Rückschau wird sich das auch beweisen“, sagte die deutsche Politikerin. „Europa wird mehr als genügend Impfstoff haben in einem verlässlichen Zeitrahmen.“ Es sei von vorneherein klar gewesen, dass man nicht „auf einen Schlag“ alle impfen könne.

Wenn man eines Tages zurückschaue, werde man sehen, dass es zu Beginn etwas holprig war. „Das ist immer so bei solchen großen Veränderungen, die man angeht. Aber in der Rückschau bin ich der festen Überzeugung, dass man sehen wird, dass hier viel geleistet worden ist in den Mitgliedstaaten, die Impfungen tatsächlich auch auf den Weg zu bringen.“ Sie betonte, dass alle Entscheidungen über Impfstoff-Einkäufe gemeinsam mit den EU-Staaten getroffen würden. Kritik am teils langsamen Impfstart der EU-Staaten vermied die CDU-Politikerin.

In Deutschland wird derzeit ein neuer Produktionsstandort von Biontech in Marburg aufgebaut. Wenn dieser wie geplant im Februar in Betrieb geht, dann kann das Unternehmen die Impfstoffproduktion massiv ausbauen. Das soll zu früheren Lieferungen bestellter Dosen führen.

Neben Biontech/Pfizer gibt es bereits Rahmenverträge mit 5 weiteren Herstellern. Inklusive des neuen Vertrags mit Biontech/Pfizer kann die EU nun insgesamt mehr als 2 Milliarden Dosen beziehen. Von Moderna hat die EU-Kommission bis zu 160 Millionen Dosen gesichert.

apa

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