Mittwoch, 07. März 2018

Mehr Frauennamen für Südtiroler Straßen und Plätze

Mehr Frauennamen für Südtirols Straßen und Plätze: So der Beschlussantrag, den die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba und Hans Heiss am Mittwoch eingereicht haben. Der Antrag wurde wohlwollend auf- und angenommen.

Seit einigen Jahren gibt es den Maria-Delago-Platz in Bozen, der nach der Südtiroler Künstlerin benannt wurde.
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Seit einigen Jahren gibt es den Maria-Delago-Platz in Bozen, der nach der Südtiroler Künstlerin benannt wurde. - Foto: © D

Die Landesregierung solle dem Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte an der Uni Bozen den Auftrag erteilen, eine Liste mit den Namen von Frauen zu erstellen, die sich in den Bereichen Geschichte, Kultur, Politik, Kunst, Wissenschaft, Sport usw. in Südtirol und der Welt hervorgetan haben.

Diese Liste soll allen Gemeinden übermittelt werden mit der Empfehlung, Frauennamen bei der Benennung von neuen Straßen und Plätzen größere Aufmerksamkeit zu schenken, wenn nicht sogar den Vorrang einzuräumen. 

„Seit dem 20. Jahrhundert spielen zahlreiche Frauen eine entscheidende Rolle in der Geschichte, der Politik, der Kunst, der Musik, der Wissenschaft, der Wirtschaft, im Sport usw. Leider mangelt es in vielen Gemeinden, die für diesen Bereich zuständig sind, nicht am Willen, sondern an Bewusstsein und Information. Und somit sind zahlreiche verdienstvolle Frauen der Öffentlichkeit völlig unbekannt“, begründete Brigitte Foppa den Antrag. 

Die Freiheitlichen Walter Blaas und Sigmar Stocker sprachen sich gegen den Antrag aus: Die Änderung bestehender Straßennamen bedeute Unannehmlichkeiten für die Anrainer (Blaas), außerdem würden damit die Gemeinden bevormundet.

Ansonsten wurde der Antrag von vielen positiv aufgenommen, wenn auch mit einigen Änderungsvorschlägen. So sprach sich Dieter Steger (SVP) dafür aus, den letzten Halbsatz („wenn sich sogar den Vorrang einzuräumen“) zu streichen. Die Abgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit Sven Knoll und Bernhard Zimmerhofer sahen unter anderem die Möglichkeit, faschistische Straßennamen durch Frauennamen zu ersetzen, mit der Voraussetzung, dass es sich um Frauen aus der Gemeinde oder dem engeren Umfeld handeln müsse, die sich auch verdient gemacht hätten.

Auch Andreas Pöder von der BürgerUnion sprach sich für das Anliegen aus.

Brigitte Foppabeantragte die Einfügung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden in den Text und dankte abschließend für die positive Debatte. Sie schloss mit der Feststellung, dass derzeit nur wenige Straßen nach Frauen benannt seien und wenn, dann meist nach Heiligen, nicht nach Frauen aus der Geschichte. Meistens kämen die Namengeber gar nicht auf die Idee, Frauennamen zu verwenden. Natürlich kämen nur Frauen in Frage, die sich verdient gemacht hätten - obwohl das bei den Männern nicht immer der Fall sei.

Der Antrag wurde schließlich mit 13 Ja, 6 Nein bei 10 Enthaltungen genehmigt.

lpa/stol

stol