Im nördlichen Wipptal können künftig 6 Millionen Euro pro Jahr gegen den überbordenden Transit und für Entlastungsmaßnahmen investiert werden. Derzeit sind es nur 2 Millionen Euro jährlich. Sind damit die Forderungen der Gemeinden an der Brennerautobahn erfüllt? Wir haben den Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, dazu befragt.<BR /><BR /><b>Der Mautanteil für die Gemeinden steigt deutlich an. Was bedeutet das für das nördliche Wipptal?</b><BR />Karl Mühlsteiger: Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. So erhalten wir zumindest eine monetäre Abgeltung für das, was die Bevölkerung wegen der Verkehrsbelastung durchmachen und erdulden muss.<BR /><BR /><b>Gibt es schon konkrete Pläne, für welche Maßnahmen die Gelder in den nächsten Jahren verwendet werden?</b><BR />Mühlsteiger: Die Gelder werden für die Verbesserung bestehender Lärmschutzbauten in den Gemeinden Gries, Steinach und Matrei verwendet, damit die Bevölkerung entlang der Brennerautobahn etwas davon hat.<BR /><BR /><b>Mit den zusätzlichen Geldern ist aber wahrscheinlich nur ein Teil der Wünsche der Gemeinden erfüllt worden. Was fordern Sie und Ihre Amtskollegen noch, um die Lebensqualität an der Brennerachse zu erhöhen?</b><BR />Mühlsteiger: Damit wurde nur eine von über 20 Forderungen erfüllt, die die Wipptaler Gemeinden an die Asfinag (Betreibergesellschaft der österreichischen Autobahnen, Anm. der Red.) gestellt haben. Wir werden vehement dahinter sein, dass noch viele weitere umgesetzt werden. Aber wir müssen schauen, wie kompromissbereit die Asfinag ist und bleibt.<BR /><BR /><BR /><BR /><b>Was erhoffen Sie sich von der Bundespolitik?</b><BR />Mühlsteiger: Der Bundespolitik ist augenscheinlich signalisiert worden, wie dramatisch die Situation an der Brennerachse ist. Für uns ist das ein Lichtblick in Richtung Wien. Wir hoffen, dass die Bundespolitik uns weiter unterstützt und dass von Seite der Bundespolitiker auch Einfluss betrieben wird, dass die Asfinag künftig mehr auf die Bevölkerung schaut als auf steigende Mauteinnahmen in Schönberg. <BR /><BR /><b>Hat das finanzielle Zugeständnis einen Einfluss auf die Haltung der Wipptaler Gemeinden zum Projekt Luegbrücke?</b><BR />Mühlsteiger: Die Gemeinde Gries beharrt nach wie vor auf der Tunnellösung, weil wir sehr viele Argumente vorlegen können, die dafür sprechen. Wir werden von unseren Forderungen sicher nicht abgehen und ich gehe davon aus, dass der diesbezügliche Schulterschluss aller Wipptaler Gemeinden aufrecht bleibt. <BR /><BR /><b>Also fällt der Widerstand gegen den Neubau der Luegbrücke nicht, wie in einigen Medien spekuliert wurde?</b><BR />Mühlsteiger: Sicher nicht, solange es so viele offene Punkte in unserem Forderungskatalog gibt, die noch nicht einmal ansatzweise diskutiert worden sind.<BR />