"Der Gesetzentwurf sieht die Erhöhung des Landeskindergeldes von derzeit 100 Euro pro Kind und Monat in den ersten drei Lebensjahren auf 200 Euro vor. Die Ausgaben zu Lasten des Landes hätten sich dadurch von heute 16,5 Mio. Euro auf ca. 33 Mio. Euro pro Jahr erhöht", erklärt Thomas Egger.Bei der Abstimmung in der Kommission lehnten Veronika Stirner, Christian Egartner, Georg Pardeller, Maria Kuenzer und Elmar Pichler Rolle (alle SVP) den Entwurf ab, Thomas Egger (Freiheitliche), Andreas Pöder (Union für Südtirol) und Maurizio Vezzali (PDL) stimmten dafür, Ricardo Dello Sbarba (Grüne) enthielt sich der Stimme. „Alle Mitglieder der Kommission haben sich grundsätzlich für eine Erhöhung des Kindergeldes ausgesprochen“, erläutert Kommissionsvorsitzende Veronika Stirner (SVP) die Beweggründe für die Entscheidung. „Die Landesregierung ist aber dabei, die verschiedenen Sozialleistungen und die dafür notwendige Berechnung von Einkommen und Vermögen zu vereinheitlichen; deshalb wollten die SVP-Abgeordneten in der Kommission einen Gesetzentwurf der Landesregierung abwarten und haben nicht für den Entwurf der Freiheitlichen gestimmt.“Bei der Sitzung haben die zuständigen Beamten des Sozialressorts, Karl Tragust und Günther Götsch, die Pläne der Landesregierung zur Harmonisierung der Sozialleistungen vorgestellt. Derzeit haben die Familien drei Anlaufstellen für Sozialleistungen, den Staat, die Region und das Land.In Zukunft soll das Geld aller Stellen in einen einheitlichen Familienleistungsfonds fließen. Auch bei der Kinderbetreuung soll es eine Vereinheitlichung geben, indem für die verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten (Tagesmutter, Kinderhort und Tagesstätten) ein einheitlicher Betreuungsbetrag pro Stunde festgelegt wird. Ebenso soll es eine einheitliche Bewertung von Einkommen und Vermögen für die verschiedenen Sozialleistungen geben.„Die Landesregierung hat versprochen, und wir werden auch darauf drängen, dass der Gesetzentwurf möglichst bald dem Landtag vorgelegt wird“, erklärt Stirner Brantsch, „dann werden wir uns auch dafür einsetzen, dass der Familienleistungsfonds mehr Geld für die Familien vorsieht.“Kommt Harmonisierung erst 2011?„Laut Aussagen von Abteilungsdirektor Tragust wird die Harmonisierung frühestens 2011 konkret greifen“, kritisiert Thomas Egger, einer der Einbringer des Gesetzentwurfes. „Die Familien, die bei Sonntagsreden und in Wahlprogrammen stets ganz besonders erwähnt werden, müssen sich laut SVP - Krise hin, Krise her - dann wohl noch gedulden.“