Sonntag, 31. Mai 2020

Mehrere Regionen wehren sich gegen Reisefreiheit in Italien

Am 3. Juni will Italien seine Grenzen wieder öffnen und eine allgemeine Reisefreiheit auch zwischen den Regionen ausrufen. Die Gegner einer generalisierten Öffnung verschaffen sich jedoch immer mehr Gehör.

Kampaniens Präsident Vincenzo de Luca stellt sich an vorderster Front gegen die Pläne der Regierung.
Kampaniens Präsident Vincenzo de Luca stellt sich an vorderster Front gegen die Pläne der Regierung. - Foto: © ANSA / CIRO FUSCO
Die Präsidenten mehrerer Regionen sprechen sich deutlich gegen eine Gleichbehandlung aller Landesteile aus. Ein Dorn im Auge ist ihnen dabei vor allem die Öffnung der Lombardei, die nach wie vor mehr als die Hälfte aller täglichen Neuinfektionen und Todesfälle meldet.

„Ich habe das Gefühl, dass hier zum wiederholten Male Entscheidungen nicht auf der Basis objektiver Kriterien und Fakten, sondern aufgrund des von verschiedenen Seiten aufgebauten Drucks getroffen werden“, sagte der Präsident der Region Kampanien, Vincenzo de Luca, der in seinen Äußerungen vor allem von den Vertretern der südlichen Regionen sowie Siziliens und Sardiniens unterstützt wird.

In die gleiche Kerbe schlug auch Enrico Rossi, der Präsident der Region Toskana. „Ich frage mich, warum eine Region wie die Lombardei, die nach wie vor so viele Infektionen vermeldet, gleich behandelt werden soll, wie die anderen – mit dem Risiko, das Virus erneut verstärkt in Umlauf zu bringen“, schrieb er in einem Facebook-Beitrag.

Die Regierung in Rom hält derweil an einer generalisierten Öffnung fest. Regionenminister Francesco Boccia steht in regem Austausch mit den politischen Gremien in den verschiedenen Landesteilen, um gegenteilige Beschlüsse und Verordnungen zu verhindern. Gesundheitsminister Robert Speranza kündigte hingegen an, die Zahlen und deren Entwicklung weiterhin genauestens zu beobachten und die Entscheidung gegebenenfalls noch rückgängig zu machen.



ansa/stol