Montag, 12. November 2018

Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind am Montag mehrere Menschen getötet worden. Wie der Sprecher des Innenministeriums mitteilte, gab es mindestens sechs Todesopfer und 20 Verletzte, als sich ein Attentäter im Zentrum der afghanischen Hauptstadt in die Luft sprengte. Ganz in der Nähe hatten währenddessen hunderte Demonstranten gegen Anschläge der radikalislamischen Taliban protestiert.

Es soll mindestens sechs Todesopfer geben Foto: APA (AFP)
Es soll mindestens sechs Todesopfer geben Foto: APA (AFP)

Der Attentäter sei zu Fuß unterwegs gewesen und habe sich inmitten der Demonstranten in die Luft sprengen wollen, sagte ein weiterer Sprecher des Innenministeriums. Er sei aber bei einer Sicherheitskontrolle rund 200 Meter vom Ort der Kundgebung entfernt aufgehalten worden. Die meisten Opfer seien Sicherheitskräfte. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sprach von mindestens drei Toten und acht Verletzten.

Der Anschlag ereignete sich nahe der sogenannten Grünen Zone, dem abgesicherten Regierungs- und Diplomatenviertel von Kabul. In der Nähe befinden sich auch der Präsidentenpalast und ein Luxushotel.

Ein Polizist sagte, er habe am Ort der Explosion zehn bis 15 Opfer gesehen, die tot oder verletzt am Boden lagen. Seinen Angaben zufolge wurden vor allem Polizisten und Geheimdienstmitarbeiter getötet und verletzt, die zum Schutz der Demonstranten im Einsatz waren. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Demonstrationen in Kabul 

In dem Innenstadtviertel von Kabul hatten sich am Sonntagabend hunderte Demonstranten versammelt, darunter auch Studenten. Sie forderten einen besseren Schutz für die schiitische Minderheit der Hasara. Die Hasara sind immer wieder Ziel von Anschlägen der sunnitischen Taliban.

Anlass für die Demonstrationen waren Gefechten in der südöstlichen Provinz Ghazni (Gasni). Dabei waren binnen 48 Stunden mindestens 60 Sicherheitskräfte und bewaffnete Zivilisten ums Leben gekommen. Die Kämpfe im Bezirk Jaghori zwischen radikalislamischen Taliban auf der einen und Sicherheitskräften und bewaffneten Zivilisten auf der anderen Seite dauerten nach einer Woche weiter an, sagte der Provinzrat Mohammed Rahim Hassani.

In der Nacht auf Montag hätten Taliban zudem den Bezirk Malistan in Ghazni erneut angegriffen. Die Kämpfer hätten versucht, das Bezirkszentrum und den Sitz des Bezirksgouverneurs zu erobern. Der Angriff sei von Sicherheitskräften abgewehrt worden, allerdings gebe es weiter heftige Kämpfe etwa zwei Kilometer vom Bezirkszentrum entfernt. Über Opferzahlen gab es zunächst keine Angaben.

Der von der Minderheit der Hasara dominierte Bezirk Jaghori galt bisher als einer der sichersten Bezirke in der Provinz. Lokalen Bewohnern zufolge haben sich die Kämpfe aus der unsicheren Nachbarprovinz Uruzgan auf ihr Gebiet ausgebreitet.

apa/ag.

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stol