Die Debatte um Sonntagsöffnungen im Handel gewinnt erneut an Fahrt. Anlass sind aktuelle Umfrageergebnisse des Beratungsunternehmens Komma <b> <a href="https://www.stol.it/artikel/panorama/geschaefte-sonntags-zu-so-denkt-suedtirol-darueber" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(hier lesen Sie mehr dazu)</a></b> und Arbeitsförderungsinstituts (AFI), wonach sich eine deutliche Mehrheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegen regelmäßige Sonntagsöffnungen ausspricht.<BR /><BR />Laut der Erhebung lehnen 61 Prozent der Befragten Sonntagsöffnungen im Handel ab. Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Bereitschaft zur Sonntagsarbeit aus: 82 Prozent geben an, keinesfalls an einem Sonntag arbeiten zu wollen. Zum Vergleich: 2016 lag dieser Wert noch bei 59 Prozent.<h3> „Ergebnisse zeigen, dass Südtirol eine eigene Regelung der Geschäftsöffnungszeiten braucht“</h3>Für den Wirtschaftsverband hds bestätigen die Zahlen den bisherigen Kurs. „Die Ergebnisse zeigen klar, dass Südtirol eine eigene, ausgewogene und auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmte Regelung der Geschäftsöffnungszeiten braucht“, erklärt hds-Präsident Philipp Moser.<BR /><BR /> Eine entsprechende Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut liege bereits vor und müsse nun vom Ministerrat behandelt werden.<BR />Nach Ansicht des hds greift die Diskussion um Sonntagsöffnungen zu kurz, wenn sie sich ausschließlich auf die Ladenöffnungszeiten konzentriert. Es gehe ebenso um die Attraktivität der Arbeitsplätze im Handel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den Schutz kleiner und familiengeführter Betriebe sowie um die Besonderheiten touristischer Regionen.<h3> „Wer zusätzliche Öffnungstage fordert, muss beantworten, wer diese Arbeit leisten soll“</h3>Moser verweist zudem auf den zunehmenden Arbeitskräftemangel. „Wer zusätzliche Öffnungstage fordert, muss auch beantworten, wer diese Arbeit leisten soll“, sagt der hds-Präsident.<BR /><BR />Auch eine frühere landesweite Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben des Wirtschaftsverbandes kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Mehr als 82 Prozent der teilnehmenden Unternehmen sprachen sich demnach für Sonn- und Feiertagsschließungen im Einzelhandel aus. Fast 56 Prozent befürworteten angesichts steigender Kosten und des Personalmangels sogar eine Reduzierung der Öffnungszeiten.<BR /><BR />Der hds erneuert deshalb seine Forderung nach einer autonomen Südtiroler Regelung. Ziel sei ein Modell, das den Besonderheiten des Landes Rechnung trägt, Planungssicherheit schafft und sowohl den Interessen der Betriebe als auch jener der Beschäftigten gerecht wird.