„Das Bild der Politik ist derzeit denkbar schlecht. Über uns wird Gericht gesessen“, so Theiner in Meran.Es sei klar, dass die Politiker Fehler gemacht hätten, aber er erkenne in der Reaktion auf den „sogenannten Rentenskandal“ ein langfristiges strategisches Ziel, ein Vakuum zu schaffen, das Nichtgewählte ausfüllen möchten, so der scheidende Obmann.Dennoch gelte: Die Politik habe Fehler gemacht, müsse dazu stehen und daraus lernen.„Die neue Rentenregelung war ein gravierender politischer Fehler. Die angestrebte Lösung war zu wenig überlegt und unausgewogen. Aber wir haben gehandelt und alle Fehler eingestanden“, unterstrich Richard Theiner.Die neue Regelung der Politikerpensionen komme bald und werde der Öffentlichkeit offen kommuniziert.“Ich stehe zu meiner Verantwortung“Während des Rentenskandals habe es den Anschein gehabt, dass plötzlich „alle Leistungen der SVP seit dem Jahr 1948 vergessen waren. Ich erinnere daran, dass die Südtiroler Volkspartei in jeder Hinsicht große Leistungen vollbracht hat. Das kann uns niemand nehmen und das kann uns niemand in Abrede stellen“, betonte Theiner.Er übergebe die Führung der Partei an eine neue Generation, „aber ich hätte die SVP gerne bis zum Ende meines Mandats geführt. Das war wegen der Angriffe aus den eigenen Reihen nicht möglich. Der Rückhalt der Partei war nicht zur Gänze gegeben“, so der 56-Jährige.„Ich stehe zu meiner Verantwortung, aber meine politische Integrität und jene der Partei ist unbestritten. Daran lasse ich nicht rütteln.““Schwierige Jahre für die Partei“Er habe sich in den vergangenen Jahren um seine Partei, die vor Zerreißproben gestanden sei, große Sorgen gemacht.„Während des SEL-Skandals haben die Opposition und die Medien alles getan, um die Partei darin zu verwickeln und uns als korrupt darzustellen. Der Schaden für die SVP war riesengroß. Manche wollten der SVP das Grab schaufeln. Es gab Halbwahrheiten, Indiskretionen und Gerüchte. Jene, die Landeshauptmann Luis Durnwalder jahrelang in den Arsch gekrochen sind, haben am lautesten geschimpft.“Diese Situation durchzuhalten habe ihm enorm viel Kraft gekostet, so Theiner. Mancher habe von der Situation profitieren wollen, „um dann wie ein Phönix aus der Asche zu hervorzusteigen.““Übergebe SVP in junge Hände“In den vergangenen beiden Jahren habe er sich bei allen Wahlen Sorgen gemacht, „Sorgen um unser Projekt Südtirol“, erklärte Theiner. Die Blockfreiheit in Rom sei ein politischer Fehler gewesen, der Pakt mit dem PD bei den letzten Parlamentswahlen habe einen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verhindert.„Unter den gegebenen Umständen waren die 44 Prozent für uns ein sensationeller Erfolg“, erklärte der SVP-Obmann, der angesichts der Wahlen zum EU-Parlament am 25. Mai vor „radikalen Kräften in Europa“ warnte. „Auch die Freiheitlichen und die Grünen gehören zu diesen Kräften“, betonte Theiner.In der SVP übernehme jetzt eine neue Generation Verantwortung. „Das muss aber auf der Kontinuität unserer Grundwerte erfolgen“, so Theiner.Er erinnere daran, dass die Volkspartei ein außergewöhnliches Modell einer Sammelpartei sei. „Den Druck der Einzelinteressen habe ich als Obmann stark gespürt und ich habe immer stark dagegen gesteuert. Wir sind keine Partei der Lobbyisten sondern eine Minderheitenpartei“, so der scheidende Obmann der SVP an seinen Nachfolger Philipp Achammer.stol