Freitag, 19. Februar 2021

Meloni attackiert Draghi: „Nordkoreanische Verhältnisse“

Giorgia Meloni, Chefin der oppositionellen Rechtspartei „Fratelli d'Italia“ (FdI/Brüder Italiens), beklagt „nordkoreanische Verhältnisse“ in Italien nach dem Regierungsantritt von Premierminister Mario Draghi.

„Fratelli d'Italia“-Chefin Giorgia Meloni beteiligt sich mit ihrer Partei nicht an der Regierung von Mario Draghi.
„Fratelli d'Italia“-Chefin Giorgia Meloni beteiligt sich mit ihrer Partei nicht an der Regierung von Mario Draghi. - Foto: © ANSA / Riccardo Antimiani / Z72 / Z72
„Wenn auch 'Fratelli d'Italia' in die Regierung eingestiegen wäre, wäre Italien die einzige Demokratie der Welt ohne Opposition. Damit würde Italien mehr Nordkorea, als dem Westen ähneln“, sagte Meloni in ihrer Ansprache vor dem Parlament.

Meloni bemängelte, dass Draghi, Ex-Chef der Europäischen Zentralbank, zum italienischen Regierungschef aufgerückt sei, obwohl er sich in keiner Form einem Votum der Wähler unterzogen habe. Der Mangel an einer Opposition schwäche die Regierung, argumentierte die 44-jährige Meloni in ihrer Ansprache am Donnerstagabend.

Die rechte Partei segelt unter Melonis Führung auf einem Höhenflug. Laut jüngsten Umfragen ist die einstige Kleinpartei mit rund 16 Prozent bereits Italiens drittstärkste Kraft hinter Lega und Sozialdemokraten und hat die Fünf-Sterne-Bewegung überholt, die wegen ihrer häufigen Richtungswechsel in der Politik an Popularität eingebüßt hat.

Ob sich die Rolle der einzigen Oppositionspartei für Fratelli d'Italia rentieren wird, werden die nächsten Monate zeigen. Inzwischen rüstet sich die Partei für ihre harte „Patrioten-Opposition“ im Parlament.

Mit ihrem Beschluss sich nicht einer Koalition um Draghi zu beteiligen, hat Meloni die Allianz mit der rechten Lega und der konservativen Forza Italia um Expremier Silvio Berlusconi gebrochen. Beide Parteien sind mit eigenen Ministern in Draghis Regierung eingestiegen.

apa

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