Damit könne ein weiteres „Tabu“ überwunden werden, sagte Meloni. Bisher wurde in Italien noch nie ein Politiker aus dem rechten Lager zum Staatsoberhaupt gewählt.<BR /><BR />Ob dies gelinge, „hängt von den Italienern ab“, erklärte die Regierungschefin. Sollte ihre Koalition die nächsten Parlamentswahlen gewinnen, könne künftig auch ein Präsident gewählt werden, der „nicht aus dem Mitte-links-Lager“ stamme. Menschen, die nicht der Linken angehörten, seien „keine Bürger zweiter Klasse“ und hätten dieselben Rechte, argumentierte Meloni. Sie wies zugleich Spekulationen zurück, wonach die geplante Reform des Wahlrechts, die von ihrer Regierungskoalition im Parlament vorangetrieben wird, ihrer Koalition diene. Die Reform bevorzuge „niemanden, sondern die Italiener“, sagte sie. Wer ein Wahlgesetz nur mit Blick auf den eigenen Vorteil gestalte, verliere am Ende. Meloni will die Wahlrechtsreform noch vor der Sommerpause unter Dach unter Fach bringen.<BR /><BR />Die nächste Präsidentschaftswahl findet in Italien 2029 statt. Gewählt wird das Staatsoberhaupt vom Parlament sowie Vertretern der Regionen. <BR /><BR />Sollte die Legislaturperiode regulär enden, würde das nächste Parlament den Nachfolger von Staatspräsident Sergio Mattarella bestimmen. Der italienische Präsident bleibt verfassungsgemäß sieben Jahre im Amt. Der amtierende Präsident Mattarella war 2015 zum Staatsoberhaupt gewählt und vom Parlament 2022 im Amt bestätigt worden. <BR /><BR />Spekulationen zufolge würde Meloni gern zur Staatspräsidentin gewählt werden. Dies wäre durchaus möglich, weil sie am 15. Jänner 2027 50 Jahre alt wird; damit würde sie das Mindestalter für die Wahl zum Staatspräsidenten erreicht haben.<BR /><BR />Kritik kam umgehend vom Oppositionspolitiker Matteo Renzi. Meloni habe „ihre Karten aufgedeckt“ und strebe das Präsidentenamt entweder für sich selbst oder für einen engen Vertrauten an, schrieb der frühere Ministerpräsident in sozialen Medien.