Die von Italien vor einem Jahr in Albanien eröffneten Migrationszentren werden laut der italienischen Regierungschefin funktionieren, sobald ein neuer EU-Pakt für Migration und Asyl in Kraft tritt. „Nicht jeder hat verstanden, wie wirksam dieses Modell ist“, sagte Meloni gemeinsam mit Rama am Ende des Treffens in Rom. <BR /><BR />„Viele versuchen, unseren Plan zu verlangsamen oder zu blockieren, aber wir sind entschlossen, weiterzumachen, weil es ein Mechanismus ist, der das Paradigma der Migrationssteuerung verändern kann“, erklärte Meloni.<h3> Meloni dankte Rama für „Solidarität“</h3>„Ich möchte erneut dem Premierminister, seiner Regierung und dem gesamten albanischen Volk danken. Sie haben gezeigt, dass Albanien bereits wie ein EU-Mitgliedstaat handelt und Solidarität mit den Ländern zeigt, mit denen es kooperiert. Ich betrachte das Protokoll als weitreichendes europäisches Abkommen: Es setzt die Erkenntnis, dass Migration ein europäisches Phänomen ist, in konkrete Maßnahmen um“, so Meloni.<BR /><BR />Die beiden Regierungschefs unterzeichneten beim Gipfel Abkommen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Verteidigung und Sicherheit, Migration, Energie, Umwelt, Gesundheit, Innovation und Ausbildung. <BR /><BR />Der italo-albanische Regierungsgipfel fand zwei Jahre nach der Unterzeichnung eines umstrittenen Abkommens zwischen Rom und Tirana statt, das die Einrichtung italienischer Migranten-Zentren auf albanischem Gebiet vorsah. Rechtliche Hürden haben bisher die Umsetzung der Initiative verzögert, was sich jedoch ändern könnte, wenn das neue EU-Migrationspakt im kommenden Jahr in Kraft tritt.<h3>Albanien-Zentren bei weitem nicht ausgelastet</h3>Laut italienischen Oppositionsparlamentariern sind die beiden Albanien-Zentren bei weitem nicht ausgelastet. Rund 70 Prozent der im Zentrum von Gjader festgehaltenen Personen wurden von Albanien nach Italien zurückgebracht, weil ihre Inhaftierung nicht gerichtlich bestätigt wurde.<BR /><BR />Meloni musste immer wieder Rückschläge bei ihren Plänen zur Auslagerung von im Mittelmeer aufgegriffenen Migranten nach Albanien hinnehmen. Diese wurden durch Gerichtsurteile in Italien und auf EU-Ebene gestoppt. Damit zog Meloni viel Kritik seitens der Opposition auf sich, weil die Albanien-Flüchtlingszentren inzwischen de facto fast leer stehen.<BR />Das vom italienischen Staat errichtete Migrationszentrum in Gjader in Albanien war ursprünglich als Ort für die beschleunigte Bearbeitung von Asylanträgen außerhalb der italienischen Grenzen gedacht. Albanien ist bisher nicht EU-Mitglied, strebt die Mitgliedschaft aber in den nächsten Jahren an.<BR /><BR />Seit seiner Inbetriebnahme im April 2024 wird die Anlage in Gjader im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen ausschließlich als Abschiebezentrum genutzt. Das Migrationsabkommen zwischen Rom und Tirana sah eigentlich vor, in Gjader monatlich bis zu 3.000 Asylsuchende aufzunehmen – also 36.000 pro Jahr.