<BR />„Es ist eine Sprache, die keine Übersetzung braucht“, sagte Meloni. Sie wäre froh, wenn ihr Beispiel Frauen vermitteln würde, dass man sich nicht zwischen Mutterschaft und Karriere entscheiden müsse. In sozialen Netzwerken war Melonis Entscheidung kritisiert worden, das Kind auf langen Reisen dem Rampenlicht der Öffentlichkeit auszusetzen. Dass es den Kritikern um das Kindeswohl geht, darf bezweifelt werden. Ließe Meloni ihre Tochter zuhause, würde diese ihre Mutter nämlich tagelang überhaupt nicht sehen.<BR /><BR />Ginevra entstammt der Beziehung Melonis mit dem Fernsehjournalisten Andrea Giambruno (45). Von diesem trennte sie sich, nachdem bekannt geworden war, wie er im Gespräch mit Kolleginnen mit einer Affäre prahlte und Gruppensex anbot. Es ist nicht bekannt, welchen Anteil Giambruno an der Erziehung seiner Tochter hat. Auch öffentlich muss er dazu anders als seine ehemalige Lebensgefährtin nicht Stellung beziehen. Meloni hatte in der Vergangenheit auch beklagt, dass Ginevra als Einzelkind aufwachse. Sie habe ihre Tochter erst mit 39 Jahren bekommen, und dann sei keine Zeit mehr für weiteres Kind gewesen, sagte sie.<h3> Meloni bemüht sich im Umgang mit ihrer Tochter um „Normalität“</h3>Meloni betonte im „Chi“-Interview, sie versuche, mit ihrer Tochter abseits der Öffentlichkeit „langsame Zeit und Normalität“ zu finden. Besonders schwierig seien für sie die Fragen ihrer Tochter nach dem Verhältnis zwischen Beruf und Familie. Wenn Ginevra frage, warum die Arbeit vor ihr komme, „zieht es mir das Herz wie eine Erdnuss zusammen“, sagte die Regierungschefin. Sorgen bereitet Meloni als Mutter der Einfluss von künstlicher Intelligenz und sozialen Netzwerken auf junge Menschen.<BR /><BR />Mit Blick auf ihre Amtsführung sagte Meloni: „Niemand kann mir vorwerfen, mich geschont zu haben.“ Zugleich räumte sie ein, dass die Belastung durch ihr Amt spürbar sei: „Die Müdigkeit ist da, und ich spüre sie“. Die Regierungschefin will sich jetzt einige Urlaubstage in der süditalienischen Adria-Region Apulien gönnen.<BR /><BR />Die Rechtspolitikerin will nach der Sommerpause den wirtschafts- und sozialpolitischen Kurs ihrer Regierung fortsetzen. Prioritäten seien: Steuern zu reduzieren, die Kaufkraft zu stärken und immer stabilere Beschäftigungsverhältnisse zu fördern, sagte die seit Oktober 2022 amtierende Meloni. Einen Umbau ihres Kabinetts im September schloss die Regierungschefin aus. Parlamentswahlen sind in Italien im Jahr 2027 geplant.<h3> Regierungschefin gegen Frauenquoten</h3>Obwohl Italien seit 2022 mit Meloni erstmals eine Frau als Regierungschefin hat, ist die weibliche Vertretung im italienischen Parlament jedoch niedriger als in der vergangenen Legislaturperiode. Der Prozentsatz der Frauen im Parlament in Rom, das im Zuge einer Reform im Jahr 2020 von 945 auf 600 Mitglieder geschrumpft ist, ist gegenüber der vergangenen Legislaturperiode von 35 auf 31 Prozent gefallen. Dies ist der erste Rückgang seit mehr als 20 Jahren, denn seit dem Jahr 2001, in dem der Anteil der Parlamentarierinnen bei 10 Prozent lag, ist die Zahl der Senatorinnen und Abgeordneten in Italien kontinuierlich gewachsen.<BR /><BR />In der Vergangenheit hatte sich Meloni gegen Frauenquoten in Vorstandsetagen und im Parlament ausgesprochen. Sie argumentierte, dass Frauen aufgrund ihrer Verdienste und nicht dank Frauenquoten aufsteigen sollten.