Italien arbeite daran, eine Vereinbarung zwischen Tunesien und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein Darlehen zu erleichtern, das dem nordafrikanischen Land helfen soll, die schwere Finanzkrise zu bewältigen, mit der es konfrontiert ist. „Ich habe Präsidenten Saied von den Bemühungen erzählt, die ein befreundetes Land wie Italien unter voller Wahrung der tunesischen Souveränität unternimmt, um zu einem positiven Abschluss des Abkommens zwischen Tunesien und dem IWF zu gelangen“, sagte Meloni nach einem Treffen mit Saied.<BR /><BR />Meloni lobte die positive Zusammenarbeit mit der tunesischen Regierung in Sachen Migration. Im Mai seien die Anlandungen von den aus Tunesien abgefahrenen Migranten im Vergleich zu März und April deutlich zurückgegangen. „Wir müssen unsere gemeinsame Arbeit intensivieren, indem wir die Kooperation mit den tunesischen Behörden bei den Vorbeugungsmaßnahmen verstärken, insbesondere in der Region Sfax, von wo aus die meisten irregulären Migranten kommen“, sagte Meloni. Sie erklärte, sie wolle nach Tunesien in Begleitung der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zurückkehren.<BR /><BR />Laut italienischen Medienberichten schlägt Saied eine Initiative für eine hochrangige Konferenz zwischen allen von der Migrationsproblematik betroffenen Ländern vor, insbesondere den Ländern Nordafrikas, der Sahelzone und der Sahara sowie den nördlichen Mittelmeerländern. Ziel sei es, die Ursachen der Schlepperei zu bekämpfen.<BR /><BR />Seit Anfang 2023 sind bereits 50.000 Migranten nach Seefahrten über das Mittelmeer in Italien eingetroffen. Die seit Oktober als Premierministerin amtierende Meloni hat im vergangenen Jänner bereits Algerien und Libyen besucht und dort das Thema Migration besprochen. Meloni war im September auch dank des Versprechens gewählt worden, die Migrationsströme aus Nordafrika zu stoppen.<h3> Zusammenarbeit auch im Energiesektor</h3>Italien und Tunesien wollen auch im Energiesektor eng zusammenarbeiten. „Sowohl Italien als auch Tunesien wollen zu Drehscheiben für die Energieversorgung in Europas und Nordafrika zu werden“, sagte die italienische Premierminister. <BR /><BR />Auch die bilateralen Handelsbeziehungen seien nach wie vor sehr solide. Im Jahr 2022 betrug der Handelsaustausch mehr als 7 Milliarden Euro. Italien ist der wichtigste Partner Tunesiens, auch dank der Präsenz von mehr als 900 Unternehmen im nordafrikanischem Land. „Wir werden die Investitions- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Land weiter ausbauen“, so Meloni.<BR />