Donnerstag, 09. Dezember 2021

Menschenrechtsaktivist Zaki in Ägypten freigelassen

Der ägyptische Menschenrechtsaktivist Patrick Zaki ist gestern nach 22 Monaten Untersuchungshaft aus dem Gefängnis entlassen worden.

Der Student der Universität Bologna Patrick Zaki erschien nach seiner Haftentlassung in guter Verfassung.
Der Student der Universität Bologna Patrick Zaki erschien nach seiner Haftentlassung in guter Verfassung. - Foto: © ANSA / stf
Er verließ die Polizeizentrale der ägyptischen Stadt Mansura. Sobald er durch die Tür kam, hob er seine Hand mit Zeige- und Mittelfinger zum Sieg und umarmte seine Mutter und seine Schwester. „Alles ist in Ordnung“, waren seine ersten Worte auf Italienisch. Die nächste Anhörung in dem gegen ihn laufenden Prozess ist am 1. Februar 2022 geplant.

Der Student der Universität Bologna erschien in guter Verfassung. Seine Freilassung wurde vom italienischen Außenminister Luigi Di Maio begrüßt. „Willkommen zurück, Patrick!“, twitterte Di Maio, der sich stark für die Freilassung des Studenten engagiert hatte.

Ministerpräsident Mario Draghi brachte „Zufriedenheit“ zum Ausdruck und ließ mitteilen, dass der Fall von der italienischen Regierung „mit der größten Aufmerksamkeit“ verfolgt wurde und weiter verfolgt wird.

Der Universitätsdirektor in Bologna, Giovanni Molari, erklärte sich erleichtert. „Wir sind sehr glücklich und bewegt, auf diese Nachricht warten wir seit zwei Jahren. Es freut uns sehr, dass Patrick seine Familie wieder umarmen kann. Wir hoffen ihn bald wieder hier unter uns zu haben.“

Zaki, der ein Studium in Bologna absolvierte, war im Februar 2020 während eines Heimatbesuchs festgenommen worden. Er forschte unter anderem zu Frauenrecht- und Gender-Themen. Ihm wird vorgeworfen, „Falschnachrichten verbreitet“ zu haben, beruhend auf einem Beitrag über Diskriminierung koptischer Christen in Ägypten. Zudem soll er auf Facebook zu „Gewalt und Terrorismus“ angestiftet haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 5 Jahren Haft.

Menschenrechtler forderten stets die sofortige Freilassung Zakis. Seinen Anwälten zufolge wurde er geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert.

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