Donnerstag, 15. April 2021

Menstruation ist kein Luxus: Debatte um „Tamponsteuer“ auf Mai vertagt

Der Südtiroler Landtag hat am Donnerstag die Behandlung von 2 Beschlussanträgen zum Thema „Menstruation ist kein Luxus“ begonnen. Zum einen wolle man die Mehrwertsteuer auf Menstruationsartikel drastisch senken, zum anderen sollen die Hygieneartikel teils gratis zur Verfügung stehen. Die Zeit habe laut einer Aussendung der Grünen weder für die Diskussion noch für eine Abstimmung, gereicht. Im Mai wird die Debatte fortgeführt.

Eine Frau gibt in ihrem Leben über 2.000 Euro für Menstruationsartikel aus.  Das soll sich ändern.
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Eine Frau gibt in ihrem Leben über 2.000 Euro für Menstruationsartikel aus. Das soll sich ändern. - Foto: © shutterstock
„Was normal ist, sollte in der Tat kein Luxus sein. Die Hälfte der Menschheit hat sie, hatte sie oder wird sie eines Tages haben: Die weibliche Periode ist ein physiologischer Vorgang, der das Frauenleben über viele Jahre prägt. Jedoch wird man bzw. frau beim allmonatlichen Einkauf schnell eines Besseren belehrt. Denn Menstruationsartikel sind teuer“, so die Grünen in einer Aussendung am Donnerstag.

Zu diesem wichtigen Thema behandelt wurden am Donnerstag im Südtiroler Landtag der Begehrensantrag „Tamponsteuer und „Periodenarmut“, eingebracht von Sandro Repetto (PD) und mitunterzeichnet von den Abgeordneten Jasmin Ladurner (SVP), Brigitte Foppa (Grüne), Magdalena Amhof (SVP) und Maria Elisabeth Rieder (Team K) zusammen mit dem Beschlussantrag „In der Regel ist's zu teuer“ (eingebracht von den Abgeordneten der Grünen Foppa, Hanspeter Staffler und Riccardo Dello Sbarba). Auch dieser wurde von Ladurner, Amhof und Rieder mitunterzeichnet.


Menstruationsartikel derzeit mit Höchststeuersatz belegt

Der Beschlussantrag „In der Regel ist's zu teuer“ beinhaltet den Vorschlag, in allen Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden des Landes Menstruationsprodukte umsonst zur Verfügung zu stellen.

Der zweite Antrag zur Abschaffung der „Tampon Tax“ kam von Sandro Repetto (PD). „Der Steuersatz in Italien von 22 Prozent zeige, dass Menstruation noch ein Tabu sei“, meinte er am Donnerstag im Landtag.

„Mehrere europäische Länder hätten den Satz auf 5 bis 6 Prozent gesenkt. Die derzeitigen Preise würden zur sog. period poverty beitragen, die besonders Personen mit niedrigem Einkommen betreffe.“

Thema offen angehen

Brigitte Foppa (Grüne) forderte dazu auf, das Thema offen anzugehen, damit auch die jungen Frauen erkennen würden, dass es kein Tabu mehr sei. Auch in Südtirol gebe es Frauen, die sich die Ausgabe nur mehr schwer leisten könnten. Die Grünen hätten ursprünglich gefordert, weibliche Hygieneartikel an den Mittelschulen kostenlos zur Verfügung zu stellen, seien aber auf die hohen Kosten für eine flächendeckende Versorgung hingewiesen worden.

Auch Jasmin Ladurner (SVP) betonte, dass diese Hygieneartikel für viele Frauen eine hohe Ausgabe bedeuteten. Viele Ländern hätten den Steuersatz bereits gesenkt oder die Steuer gänzlich abgeschafft. Ladurner bedankte sich auch bei den Parlamentarierinnen Unterberger und Gebhard für die Unterstützung. Die beiden Anträge seien ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit des Themas und für mehr Normalität.

Fortsetzung im Landtag folgt… in der „Mai-Periode“

Die Debatte zum Thema wurde schließlich auf Mai vertagt. „Wir werden in den nächsten Wochen weiter arbeiten, um die Aufmerksamkeit zum Thema aufrecht zu erhalten“ kommentiert Brigitte Foppa.

Denn: „In ihrem Leben gibt eine Frau über 2.000 Euro für Menstruationsartikel aus. Für viele, oft junge, Frauen sind dies beachtliche Ausgaben. Es ist wichtig, dass Tampons und Binden endlich in allen öffentlichen Gebäuden zur Verfügung gestellt und nicht mehr als Luxusartikel betrachtet werden.“

stol/vs