Montag, 21. Juni 2021

Merkel und Draghi: Rasche Verhandlungen mit Türkei

Deutschland und Italien wollen sich für eine rasche Weiterentwicklung des Flüchtlingsabkommens der EU mit der Türkei einsetzen.

Italiens Premier Mario Draghi ist zu Besuch in Berlin bei Bundespräsidentin Angela Merkel.
Italiens Premier Mario Draghi ist zu Besuch in Berlin bei Bundespräsidentin Angela Merkel. - Foto: © APA/afp / ODD ANDERSEN
„Wir müssen schon eine Perspektive eröffnen, wie das weitergeht“, sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Montag am Rande eines Treffens mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi in Berlin.

Die Türkei beherberge sehr viele Flüchtlinge und habe deswegen „alles Recht, dafür von uns auch weiter unterstützt zu werden“.

Die Fortentwicklung des EU-Migrationsabkommens mit der Türkei werde beim EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel besprochen, sagte Merkel. Mit Blick auf Draghi sagte sie: „Ich glaube, wir sind beide der Meinung, dass wir ohne Kooperation mit der Türkei nicht weiterkommen.“ Der italienische Ministerpräsident schloss sich der Kanzlerin bei diesen Äußerungen an.

Auch die aktuelle Corona-Lage wurde angesprochen: Es gebe zwar eine sehr grundlegende Verbesserung der Situation, sagte sie am Montag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. „Aber wir wissen auch, wie fragil dieser Fortschritt noch ist.“

Die Impfquote steige zwar, aber man nähere sich noch nicht einer Herdenimmunität. Und: „Wir sind anfällig für neue Varianten.“ In Großbritannien und Portugal könne man sehen, wie schnell die Inzidenzen wieder hochgehen könnten. „Deshalb verfolgen wir die Dinge sehr aufmerksam.“

Draghi betonte, dass die deutsch-italienischen Beziehungen durch die Corona-Krise noch enger geworden seien. Er bedankte sich ausdrücklich für die Hilfe Deutschlands in der ersten Welle der Pandemie mit der Aufnahme italienischer Patienten in deutschen Krankenhäusern.

dpa