Sonntag, 10. November 2019

Merkel für mehr europäisches Engagement in der NATO

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für mehr europäisches Engagement in der NATO ausgesprochen.

Angela Merkel hat sich für mehr europäisches Engagement in der NATO ausgesprochen.
Angela Merkel hat sich für mehr europäisches Engagement in der NATO ausgesprochen. - Foto: © AP / Michael Sohn

Die europäischen Mitglieder der NATO müssten „in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen“, sagte Merkel in ihrem am Sonntag veröffentlichten wöchentlichen Podcast.

Auch die deutsche Bundeswehr sei weiterhin gefragt – nicht nur in Konfliktregionen. Dafür brauche sie die „entsprechenden finanziellen Ressourcen“.

Gemeinsame Waffensysteme werden entwickelt

Merkel verwies auf die ständige strukturierte Zusammenarbeit in der europäischen Sicherheitspolitik (PESCO). Künftig würden auf europäischer Ebene auch gemeinsam Waffensysteme entwickelt, kündigte Merkel an. Dazu gehöre das Projekt eines Kampfflugzeugs sowie die Entwicklung eines Kampfpanzers. „Deutschland und Frankreich sind hier an der Spitze der Entwicklung“, betonte Merkel.

Zuletzt hatten Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur NATO in Deutschland für heftigen Widerspruch gesorgt. In einem Interview mit dem britischen „Economist“ hatte Macron das Transatlantik-Bündnis als „hirntot“ bezeichnet.

Merkel wies die Kritik zurück und bezeichnete die NATO als „unabdingbar für uns“. Der deutsche Außenminister Heiko Maas schloss sich am Sonntag der Kritik an. „Es wäre ein Fehler, wenn wir die NATO unterminieren würden“, sagte Maas.

Macron und Merkel bei gemeinsamem Abendessen

Macron wurde am Sonntag in Berlin erwartet. Nach einem Empfang durch den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue stand ein Abendessen mit Merkel auf dem Programm.
In ihrem Podcast hob Merkel auch die Bedeutung der deutschen Bundeswehr hervor.

Durch den Ukraine-Konflikt und die Krim-Annexion seien die Landes- ebenso wie die Bündnisverteidigung stärker in den Fokus gerückt. „Damit beide Aufgaben gut erfüllt werden können, braucht die Bundeswehr auch die entsprechenden finanziellen Ressourcen“ und „die nötigen finanziellen Spielräume“, sagte die deutsche Regierungschefin.

apa/afp